Gastgebermagazin

Alles im Grünen Bereich? Unser Guide für mehr Nachhaltigkeit

2021 wird das Jahr des verantwortungsvollen Reisens. Immer mehr Menschen haben das Bedürfnis, ihren Urlaub nachhaltig zu gestalten und den eigenen CO² -Fußabdruck zu reduzieren. Umweltfreundlich zu sein, ist etwas, das immer mehr Gäste als Teil ihres Reiseerlebnisses suchen. Ein Trend, der sich durch Corona noch verstärken wird. Was Sie als Vermieter tun können, um Ihre Ferienwohnung nachhaltig zu gestalten? Wir geben Denkanstöße, zeigen Möglichkeiten auf und geben wertvolle Tipps!

Sensibilisierung für mehr Nachhaltigkeit

Natürlich entscheidet vor allem die Wahl des Verkehrsmittels bei An- und Abreise sowie die Aktivitäten am Urlaubsort darüber, wie sehr ein Urlaub das Klima belastet. Aber auch die Wahl der Unterkunft spielt eine Rolle. Nach einer WWF-Studie sind Ferienwohnungen oder -häuser pro Person gerechnet deutlich klimafreundlicher als Hotels. Pro Kopf verursacht der Aufenthalt in einer Ferienwohnung nur 28 kg CO² in der Woche, im Hotel dagegen über 80 kg, also das 2,8-fache. Gespräche mit Vermietern und Inserate auf unserem Portal zeigen, dass immer mehr Ferienhausbesitzer immer mehr unternehmen, um ihr Angebot nachhaltiger zu gestalten. Dabei sind erneuerbare Energien mittlerweile so entwickelt, dass sie neben dem Umwelt- und Klimaschutz auch zur Wirtschaftlichkeit der Ferienwohnung beitragen. Somit eine Win-Win-Situation für den Vermieter und den Planeten.

Sie als Gastgeber können viele Schritte unternehmen, um Nachhaltigkeit in Ihrer Ferienwohnung zu etablieren.

Von Recycling bis Upcycling; von Regenwasseraufbereitung bis zum Einsatz wassersparender Duschköpfe; von 100 Prozent Ökostrom bis zur Verwendung natürlicher Materialien; von Leihfahrrädern bis zu regionalen Produkten. Die Möglichkeiten, das eigene Angebot grüner zu gestalten sind vielfältig. Darüber hinaus ist aber auch eine gute Kommunikation entscheidend. Alles, was dem Gast leicht gemacht und erklärt wird, nimmt er erfahrungsgemäß auch gerne an. Zeigen Sie, was Sie tun, um nachhaltiger zu vermieten. Erklären Sie, wie Ihr Gast seinen Urlaub umweltfreundlicher gestalten kann. Machen Sie deutlich, dass Nachhaltigkeit in keiner Weise etwas mit Verzicht zu tun hat. Es wird sich garantiert lohnen. Denn Studien zeigen eines ganz deutlich: Der Wunsch nach umweltfreundlicherem Reisen ist da.

„Nachhaltiger Urlaub – ja bitte!“sagen laut einer 2020 durchgeführten GfK-Umfrage immer mehr Deutsche. Bis zum Jahr 2030 sollten Ferienunterkünfte intelligent und klimaneutral sein. Schon bei Buchung zu wissen, wie klimafreundlich ein Ferienhaus ist, wünscht sich eine deutliche Mehrheit der 10.000 Befragten. Ein Klimasiegel, das den CO²-Fußabdruck jedes Ferienhauses anzeigt, wünschen 58 Prozent der Urlauber. Ihr Feriendomizil solle aus ökologischen Materialien errichtet sein, sagen gar zwei Drittel, und drei Viertel sprechen sich für Klimaschutz bei Strom und Heizung aus. Neuerungen spielen auch bei der Mobilität vor Ort eine große Rolle. Für 72 Prozent sollten Gratis-Fahrräder bereitgestellt werden und für Kurzstrecken bei Ausflügen oder zum Einkauf wünscht sich jeder dritte Urlauber ein Elektro-Mietauto vor Ort. E-Bikes (28%) und Elektro-Roller (10%) folgen auf Rang drei und vier.

Tipp: Wenn Sie Ihre Ferienunterkunft bereits nachhaltig vermieten, geben Sie diese Information unbedingt im Beschreibungstext Ihres Inserates an.

Unsere 12 Gedankenanstöße

1. Zu Ökostrom wechseln

CO²-Sparen geht am besten mit Blick auf die Big Points, das heißt auf die Maßnahmen, die besonders viel CO² einsparen können. Ein wichtiger Hebel kann der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter sein. Doch Augen auf bei der Wahl des Anbieters. Denn was viele nicht wissen: Zahlreiche Ökostromtarife haben keinen zusätzlichen Klimanutzen und tragen nicht zur Energiewende bei. Der Ausbau erneuerbarer Energien wird vor allem über die EEG-Umlage realisiert, die ohnehin jeder Stromverbraucher über die Stromrechnung bezahlt. Sehr guter Ökostrom zeichnet sich hingegen dadurch aus, dass sich der Anbieter für eine nachhaltige Energieversorgung einsetzt, die unabhängig von staatlicher Finanzierung funktioniert. Nur mit dem Wechsel zu einem solchen Anbieter kann man auch etwas bewirken. Im Dschungel der Stromtarife für Ökostrom helfen die Gütesiegel „Grüner Strom“ oder „Ok-Power“.

Tipp: Augen auf beim Wechsel! Vor dem Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter sollten Vermieter sich z. B. über die Verbraucherzentrale umfassend informieren. Dies schützt davor, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln, ohne etwas für das Klima zu tun. Auf das Ökostrom-Gütesiegel „Grüner Strom“ oder „Ok-Power“ sollte unbedingt geachtet werden.

2. In erneuerbare Energien investieren

Um die Energiewende voranzubringen, können Sie auch über den kompletten Einsatz erneuerbarer Energien in Ihrem Ferienhaus nachdenken. Mit Photovoltaikanlagen lässt sich im besten Fall sogar noch zusätzlich Geld verdienen. Eine kleine Solaranlage von 4 kWp ist oftmals ausreichend, um den Strombedarf in einer Ferienwohnung zu decken. Gerade im Sommer ist der Strombedarf gering, da Urlauber sich viel im Freien aufhalten. Die Solaranlage produziert dann mehr Strom, als tatsächlich verbraucht wird. Was an Kosten für die Entnahme aus dem öffentlichen Netz entsteht, wird durch die Einspeisevergütung für den selbst produzierten Strom dann deutlich übertroffen. Selbst bei Leerstand der Ferienwohnung wird über moderne Photovoltaikanlagen ständig Geld eingespielt. Und durch stetig sinkende Investitionskosten refinanzieren sich Photovoltaikanlagen sehr schnell.

Eine Investition in die Zukunft!

Der Einsatz von Solarthermie kann eine gute Möglichkeit bieten, die Heizung einer Ferienwohnung ökologisch effizient zu gestalten. Sonnenkollektoren sorgen für die direkte Umwandlung der Sonnenenergie in Wärme und die Warmwasseraufbereitung erfolgt in einem Speicherkessel. In Kombination mit einer Pelletheizung lässt sich die Warmwasseraufbereitung auch bei sinkenden Temperaturen nach Sonnenuntergang fortsetzen. Die Wärmezufuhr erfolgt solange über die umweltfreundliche Pelletheizung bis die Sonnenkollektoren wieder Ihren Betrieb aufnehmen. In Kombination mit der Solaranlage können Sie so einiges an Heizkosten einsparen.

Tipp: Förderprogramme der KfW Bank und Energieberatungen nutzen: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und die KfW haben die Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren im CO²-Gebäudesanierungsprogramm Anfang 2021 erneut verbessert. Der Förderwegweiser Energieeffizienz gibt Ihnen wichtige Anhaltspunkte. Auch der Wegweiser des Kompetenzzentrums Tourismus kann Ihnen relevante Förderprogramme aufzeigen. In jedem Fall ist eine Energieberatung sinnvoll.

3. Energieeffizient heizen dank smarter Fernsteuerung

Richtig Heizen ist der beste Weg, Heizkosten zu sparen und CO²-Emissionen zu reduzieren. Ferngesteuerte Heizsysteme begünstigen Energieeinsparungen in Ferienhäusern zusätzlich. Per Smartphone können Sie Ihre Heizung bequem aus der Ferne abschalten und die Ferienwohnung vor Ankunft der Gäste auf die gewünschte Temperatur vorheizen.

Bitte auch nicht außer Acht lassen: Undichte Fenster, eine unzureichende Wärmedämmung oder falsch angeordnete Möbel können für hohe Heizkosten verantwortlich sein. Bei Bedarf sollten Sie auch hier nachbessern. Hier sind z. B. Waben-Plissees wahre Alleskönner, ob als Hitzeschutz oder Wärmedämmung.

4. Energieeffiziente Beleuchtung und Geräte nutzen

Energiesparende LED Glühbirnen sind einfach einzusetzen und machen Ihre Ferienwohnung sofort umweltfreundlicher. Gleichzeitig sparen Sie Geld, denn ein solches Leuchtmittel hat nicht nur eine längere Lebensdauer, sondern der Energieverbrauch ist auch geringer.

Ein weiterer Energiefresser sind die Elektrogeräte in Ihrer Ferienwohnung. Denken Sie darüber nach – Ihr Geschirrspüler, Ihr Kühlschrank, Ihr Backofen, Ihr Herd, Ihr Wasserkocher, Ihr Wäschetrockner und Ihre Waschmaschine (um nur einige zu nennen) tragen alle zu Ihrer Stromrechnung bei und wirken sich negativ auf die Umwelt aus. Erwägen Sie, Ihre Geräte durch Geräte mit einer besseren Energieeffizienz zu ersetzen. Eine Bewertung von A +++ ist hier die beste Wahl, wenn Sie sowieso über Neuanschaffungen nachdenken.

5. Plastikmüll vermeiden und Mülltrennung fördern

Stellen Sie Ihren Gästen wiederverwendbare Einkaufstaschen wie zum Beispiel Jutebeutel (vielleicht sogar mit dem eigenen Logo) zur Verfügung. Auch mit Take-away-Mahlzeiten wird viel unnötiger Plastikmüll produziert. Die Bereitstellung von eigenen Behältern für Fertig-Mahlzeiten ist daher durchaus sinnvoll.

Selbstverständlich sollten verschiedene Behälter zur Mülltrennung Ihren Gästen zur Verfügung stehen. Um sicherzustellen, dass die Gäste Ihre Richtlinien zur Mülltrennung einhalten, können Sie in den Hausregeln noch einmal auf die Mülltrennung hinweisen. Bieten Sie Kosmetikartikel wie Shampoo an? Dann bitte in nachfüllbaren Behältern und nicht als Plastikfläschchen. Ebenso sind Kaffeekapseln zwar sehr praktisch, aber für die Umwelt denkbar schlecht. Denken Sie lieber über einen Kaffeevollautomaten nach.

6. Vom Recycling zum Upcycling

Wieso neu kaufen, wenn man auch restaurieren kann? Eine nachhaltige Alternative, mit der Sie Ihrer Ferienwohnung das gewisse Etwas verleihen, ist das Upcycling alter Möbel. Eine alte Kommode abschleifen und ihr mit etwas Farbe neues Leben einhauchen oder eine Werkbank zum Schreibtisch umfunktionieren– es gibt unzählige kreative Beispiele, die Ihre alten Schätze in neuem Glanz erstrahlen lassen. Doch Obacht: Es sollten nur ein paar sehr gut hergerichtete und in Szene gesetzte alte Möbelstücke sein. Sonst bekommt Ihre Ferienwohnung gleich den Anstrich, als sei sie einfach von Oma geerbt und weitervermietet worden. Setzen Sie zudem auf hochwertige, zeitlose Möbelstücke, die seltener ersetzt werden müssen. Verschiedene Siegel geben auch hier Aufschluss über die Nachhaltigkeit in der Möbelproduktion.

Tipp: Mit den richtigen Accessoires und Textilien können Sie für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Bei Tagesdecken, Teppichen, Kissenbezügen ist Bio-Baumwolle z. B. eine gute Wahl.

7. Wasser sparen, wo immer es geht

Viele nachhaltige Ferienwohnungen fangen Regenwasser auf und bereiten dieses auf, um es für die Toilettenspülung oder die Gartenbewässerung zu nutzen. Das spart teures Trinkwasser und hilft der Umwelt. Auch im Sanitärhandel finden Sie verschiedenste, auch preisgünstige Alternativen: Wassersparende Duschköpfe z. B. haben einen kleineren Kopf und bündeln das Wasser auf eine kleinere Fläche. Hochwertige Duschköpfe mischen in der Strahlscheibe dem Wasser zusätzlich Luft bei. So wird der Wasserverbrauch nochmals gesenkt. Auch mit Thermostat-Armaturen können Sie zusätzlich Wasser sparen, denn die Suche nach der richtigen Duschtemperatur mit Kalt- und Warmwasserhahn (die übrigens fast sechs Liter vergeudet) entfällt. Zudem empfiehlt sich eine Doppelspültoilette.

8. Ökologische Reinigungsmittel verwenden

Spülmittel, Reinigungsmittel und Küchensprays enthalten oft starke Chemikalien, die die Umwelt verschmutzen. Wenn Sie sich für ein Bio-Produkt mit offizieller Anerkennung entscheiden (achten Sie auf das Siegel auf der Flasche), tun Sie der Welt einen Gefallen.

Tipp: Wenn Sie Bedenken haben, Ihre Reinigungskosten zu erhöhen, sollten Sie nach Haushaltstipps im Netz recherchieren. Sie werden feststellen, dass es viele „Hausmittelchen“ für einen Bruchteil der Kosten gibt. Vielleicht wird Backpulver auch schon bald Ihr neuer bester Freund.

9. Global denken, lokal handeln

Auch die Gästemappe sollte Ihr umweltfreundliches Engagement widerspiegeln. Dies wird nicht nur dazu beitragen, Ihr Image bei umweltbewussten Reisenden zu verbessern, sondern auch Ihre Gäste dazu animieren, Wasser, Energie und Geld zu sparen. Solange Sie nicht zu aufdringlich sind, ist es in Ordnung, höfliche Bitten oder Anweisungen zu hinterlassen, z. B. „Bitte denken Sie daran, Lichter und Geräte auszuschalten, wenn Sie sie nicht benutzen“.

Tipp: Eine nachhaltige Ferienwohnung oder Ferienhaus kann sich auch dadurch auszeichnen, dass Sie hilfreiche Gastinformationen über die besten biologischen Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Eingekauft wird dann beim Hofladen oder im Bioladen in der Nähe. Oder es gibt die Möglichkeit einer Bio-Kiste mit Bioprodukten aus der Region, die bei Ihnen bestellt werden kann.

10. Mobilität vor Ort nachhaltig gestalten

Als Vermieter von nachhaltigen Ferienwohnungen und Ferienhäusern sollten Sie auch über klimafreundliche Mobilitäts-Möglichkeiten nachdenken und entsprechende Informationen bereitstellen. Für alles, was nicht zu Fuß erreichbar ist, können Sie zum Beispiel Fahrräder zur Verfügung stellen (ob eigene oder durch Kooperation mit einem lokalen Fahrradverleih um die Ecke). Detaillierte Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, die nächste Ladestation für Elektro-Autos oder zur Anreise mit der Bahn sollten nicht fehlen. Machen Sie es Ihren Gästen so einfach wie möglich. Nicht in Form von Regeln und Belehrungen, sondern in Form von nützlichen Tipps und Anreizen. Dann bleibt das Auto auch garantiert öfters stehen im Urlaub.

11. Nachhaltige und ökologische Bauweisen in Betracht ziehen

Bei Neubauten oder der Sanierung von Ferienwohnungen und Ferienhäusern können Materialien gewählt werden, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, recycelbar sind, aber auch finanzielle Ressourcen schonen. Holz hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung als Baumaterial genommen. Durch die Nähe von Entstehungs- und Verwendungsort fällt nur ein geringer Ressourcenverbrauch für den Transport an. Holz lässt sich zudem gut bearbeiten, sodass auch die Aufbereitung des Rohstoffes ressourcenschonend ausfällt. Und auch auf eine moderne Dämmung ohne bedenkliche Stoffe sollte geachtet werden.

12. Freiwillige CO²-Kompensationen durch Klimaschutzprojekte

Last but not least. Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Es geht nicht nur um den eigenen Konsum. Machen Sie sich bewusst: Ich kann CO² auch bei anderen, auch mit anderen einsparen. Zum Beispiel, indem ich in bestehende Klimaschutzprojekte investiere und so meinen eigenen CO²-Ausstoß kompensiere. Wichtig ist, dass die Klimaschutz-Maßnahmen zusätzlich sind. Das heißt: Ohne die CO²-Kompensation wäre diese Maßnahme wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Gütesiegel und Zertifizierungen wie der „Gold Standard“ stellen sicher, dass bestimmte Kriterien bei der Kompensation eingehalten werden und geben hierbei Orientierung. Weiterführende Informationen finden Sie über das Bundesumweltministerium.

Tipp: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, investieren Sie z. B. 4 € pro Buchung in ein Klimaschutzprojekt und bitten Sie Ihre Gäste, es Ihnen gleich zu tun.

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. Wir freuen uns, wenn Sie uns berichten, welche Maßnahmen Sie in Ihrer Ferienunterkunft bereits umsetzen und vor allem, wie Ihre Gäste, darauf reagieren.

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