Gastgebermagazin

Ferienwohnung rechtssicher vermieten – was beachten?

Ferienwohnungen rechtssicher anbieten

Am Anfang stellt sich die Frage: Ferienwohnung vermieten – was beachten? Die Vermietung von Ferienwohnungen oder Ferienhäusern unterliegt unterschiedlichen Bestimmungen und Gesetzen, welche Vermieter beachten müssen. Diese können für ganz Deutschland Gültigkeit haben oder sich nach Bundesland oder Kommune unterscheiden. Darunter fallen unter anderem Gesetze zum Bau- und Lärmschutz, Regelungen zum Eigentums- und Mietrecht, Zweckentfremdungsgesetze, Hygienevorschriften oder steuerliche und gewerbliche Aspekte. Möchten Sie Ihre eigene Mietwohnung untervermieten? Hierzu benötigen Sie laut § 540 BGB die Zustimmung des Eigentümers.

Bei rechtlichen Aspekten von Ferienwohnungen empfehlen wir Ihnen im Zweifelsfall immer auf eine professionelle Beratung durch einen Rechtsanwalt zurückzugreifen. Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen lediglich allgemeine Informationen zum rechtlichen Rahmen einer Vermietung von Ferienwohnungen und Ferienhäusern geben und keine Haftung übernehmen können.

1. Achten Sie auf eine marktgerechte und rechtssichere Preisgestaltung

Die Festlegung eines passenden Mietpreises für Ihre Ferienwohnung ist keine einfache Entscheidung. Setzen Sie den Mietpreis zu hoch an, ist die Nachfrage zu gering, während Sie mit zu niedrigen Preisen Gefahr laufen, Ihre Kosten nicht zu decken.

Zudem müssen Sie darauf achten, nicht gegen die Preisangabenverordnung zu verstoßen. Vermieter einer Ferienwohnung bzw. eines Ferienhauses sind nach der Preisangabenverordnung (PAngV) zur Angabe von Endpreisen verpflichtet, um nicht gegen das Wettbewerbsrecht (UWG) zu verstoßen. Alle pauschalen und in jedem Fall zu zahlenden Nebenkosten für Strom, Wasser, Gas und Heizung sind in den Endpreis mit einzukalkulieren. Ist die Inanspruchnahme von Bettwäsche und Endreinigung dem Ferienhausgast nicht freigestellt, sondern fester Bestand der angebotenen Leistung, dann müssen diese Gebühren ebenfalls im Vermietungspreis enthalten sein. Anders verhält es sich, wenn Leistungen optional zu buchen sind.

Tipp: Natürlich möchten Sie Ihr Domizil vermarkten. Dennoch setzen Sie nicht nur bei der Preisangabe, sondern auch bei der Beschreibung Ihres Ferienobjektes stets auf wahrheitsgemäße Angaben, denn sonst laufen Sie Gefahr, dass der Mieter einen geschlossenen Vertrag fristlos kündigen und Schadenersatz verlangen kann.

2. Ferienwohnung vermieten – Privat oder gewerblich? Was müssen Vermieter beachten?

Je nach Art der Vermietung, der Höhe Ihrer Mieteinnahmen sowie Ihrer angebotenen Dienstleistungen, kann es durchaus sein, dass Sie für Ihre Ferienwohnung oder Ihr Ferienhaus ein Gewerbe anmelden müssen. Auch wenn die Unterscheidung oft nicht einfach ist, gibt es einige Aspekte, die eher ein Gewerbe definieren. Grundsätzlich besteht ein wirtschaftlicher und damit gewerblicher Geschäftsbetrieb dann, wenn durch die Vermietung eine selbstständige nachhaltige Tätigkeit in Erscheinung tritt, durch die wirtschaftliche Vorteile erzielt werden, die über den Rahmen der bloßen Vermögensverwaltung hinausgehen.

Tipp: Sie sollten sich bei Ihrem zuständigen Gewerbeamt erkundigen, ob Ihre Vermietung gewerblich anzumelden ist. Zudem sollten Sie darauf achten, nicht unter das Pauschalreiserecht zu fallen.

3. Ferienwohnung vermieten: Welche Steuern sind an das Finanzamt abzuführen? Was gilt es zu beachten?

Auch wenn Sie kein Gewerbe angemeldet haben, sind Sie verpflichtet die Mieteinnahmen aus Ihrem Ferienobjekt zu versteuern. Ob darüber hinaus Umsatzsteuer- und Gewerbesteuer abzuführen sind, ist von der Einnahmenhöhe abhängig. Für Vermieter besteht eine Umsatzsteuerpflicht und damit die Verpflichtung zum Ausweis von Mehrwertsteuer auf der Rechnung erst, wenn die Freigrenze von 22.000 Euro Umsatz pro Jahr überschritten wird. Eine Gewerbesteuerpflicht besteht erst bei einem erwirtschafteten Gewinn von mehr als 24.500 Euro.

Tipp: Was Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen können, verraten wir Ihnen in unseren Steuer-Tipps für Privatvermieter.

4. Ferienwohnung vermieten – Was gilt es beim Wohnraumschutzgesetz und Zweckentfremdungsverbot zu beachten?

Für viele Eigentümer von Mietwohnungen ist die kurzzeitige Vermietung an Feriengäste oder als Monteurzimmer oftmals um einiges profitabler als Langzeitmieter zu beherbergen. Immer mehr Städte und Regionen (z.B. Berlin, Hamburg, Wien, Mallorca) versuchen, diesen Trend durch gesetzliche Regelungen zur Wohnraumnutzung und dessen Zweckentfremdung einzudämmen.

Tipp: Sie planen in die Ferienhaus-Vermietung einzusteigen? Erkundigen Sie sich als allererstes bei der zuständigen Behörde, ob Sie für die kurzzeitige Vermietung Ihres Wohnraumes eine Genehmigung brauchen. Eine Zweckentfremdungsgenehmigung erteilt die jeweils zuständige Gemeindeverwaltung. Meist ist ein entsprechender Antrag auszufüllen.

Ferienwohnung vermieten - Was ist zu beachten?
Wir geben gerne umfangreiche Infos für Erstvermieter

5. Kommen Sie Ihrer Verkehrssicherungspflicht nach

Da Ihre Ferienwohnung im Rahmen der Vermietung anderen Personen zugänglich ist, unterliegen Sie der Verkehrssicherungspflicht. Das heißt, Sie haben dafür zu sorgen, dass Ihre Feriengäste die Wohnung gefahrlos nutzen können und nicht zu Schaden kommen. Achten Sie darauf, dass die Elektrik im Haus den üblichen Sicherheitsvorschriften entspricht und beseitigen Sie mögliche Stolperfallen, wie z.B. morsche Äste. Räumen und streuen Sie bei Schnee und Eis alle Wege vor Ihrer Ferienwohnung und achten Sie auf die Sicherung Ihres Außenbereiches.

Tipp: Machen Sie den Qualitätscheck und übernachten Sie – bevor Sie Ihre ersten Gäste empfangen – selbst ein oder zwei Nächte in Ihrem Feriendomizil. Sie werden schnell feststellen, an welchen Stellen Sie eventuell noch nachbessern müssen.

6. Haben Sie an einen ausreichenden Versicherungsschutz gedacht?

Bezüglich Versicherungen gilt für private Vermieter zwar keine Versicherungspflicht, allerdings empfiehlt es sich unter anderem eine Gebäude-, Hausrats- oder Haftpflichtversicherung abzuschließen. Klären Sie mit Ihrer Versicherung, ob eine private Haftpflichtversicherung ausreicht, um die gesetzliche Haftung für Schäden von Gästen abzudecken oder ob darüber hinaus der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung erforderlich ist. Weitere Informationen finden Sie hier.

Tipp: Unsere kostenfreie Checkliste zum Verhalten im Schadensfall hilft Ihnen im Notfall Ruhe zu bewahren.

7. Der schriftliche Mietvertrag – Ihr Sicherheitsnetz

Egal ob Sie Ihre Ferienwohnung nur einige Wochen, saisonal oder das ganze Jahr über privat vermieten, den juristischen Rahmen bildet immer das deutsche Mietrecht. Ein Mietvertrag hilft Ihnen dabei, sich abzusichern und gesonderte Vereinbarungen schriftlich festzuhalten. Führen Sie alles Wesentliche der Buchung auf. Ebenso wichtig ist es die Personendaten des Gastes zu erfassen. Recherchieren Sie im Internet, ob der potenzielle Mieter wirklich existiert (Telefonnummer, Adresse) und bestehen Sie darauf, dass der Mietvertrag von diesem unterzeichnet wird. Orientieren Sie sich an einem Mustermietvertrag, der auch Stornierungsbedingungen, Zahlungsbedingungen und Regelungen zur Kaution beinhaltet und ergänzen Sie Ihren Mietvertrag um eine Inventarliste.

Tipp: Laden Sie sich kostenfrei unseren Experten-Ratgeber, der u.a. einen kostenlosen Mustermietvertrag in deutscher und englischer Sprache enthält, herunter. Hier finden Sie Antworten auf die Frage: Ferienwohnung vermieten; was beachten?

8. Verlangen Sie bei Buchung eine Anzahlung

Wenn Sie die Buchung bestätigen und es bis zum Reiseantritt noch mindestens vier Wochen hin sind, sollten Sie eine Anzahlung auf den vereinbarten Reisepreis fordern und nicht bereits den gesamten Mietpreis in einer Summe einfordern. Üblich sind Anzahlungen in Höhe von ca. 10 bis 30 Prozent des Reisepreises. Höhere Anzahlungen wirken unseriös. Den Restbetrag können Sie ca. 2 bis 3 Wochen vor Aufenthaltsbeginn verlangen. Bestätigen Sie Ihren Gästen den Erhalt der Anzahlung und des Restbetrags immer schriftlich. Dadurch wird das Vertrauensverhältnis gestärkt und der Gast reist mit einem guten Gefühl an.

Ferienwohnung rechtssicher vermieten: Was-ist-zu-beachten? Unser Tipp: Die Übersicht des DTV informiert über wichtige Bestimmungen zur Vermietung von Ferienunterkünften (Stand: April 2020) und ist absolut empfehlenswert für alle Gastgeber!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Vermieten Ihrer Ferienunterkunft auf Ferienhausmiete.de! Falls Sie Fragen oder Anregungen zum Thema „Ferienwohnung vermieten was beachten“ haben, können Sie uns jederzeit gerne kontaktieren.

Beitrag teilen

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email

Verwandte Artikel

Erfolgreich inserieren & vermieten

Erreichen Sie Millionen von Urlaubern. Steigern Sie Ihre Auslastung mit einem Inserat auf Ferienhausmiete.de! Für nur 10,- € pro Monat.

wissen Direkt in Ihr Postfach

Mit der Anforderung unseres Newsletters erklären Sie sich mit unser Datenschutzverordnung einverstanden. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich.