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Wallbox am Ferienhaus: Abrechnung, Kauf & Installation

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Die Anzahl an Elektroautos nimmt in Deutschland kontinuierlich zu. Immer mehr Gäste suchen für den Urlaub eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus mit einer privaten E-Ladestation (Wallbox). Für Vermieter bietet sich hier die Chance, mit der Installation einer Wallbox mehr potenzielle Feriengäste anzusprechen. Aber auch Fragen zur Abrechnung des Stromverbrauchs stellen sich. Wir sagen Ihnen, was Sie bei der Abrechnung der Stromkosten für die Wallbox am Ferienhaus beachten sollten.

Wachsender Bedarf an öffentlichen & privaten E-Ladestationen

Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäuser, die sich jetzt auf diese Situation einstellen, und mit einer E-Ladestation ein spezielles Angebot machen, können insbesondere in der Übergangszeit stark profitieren. Denn die Ausbreitung von Elektrofahrzeugen bringt vor allem Eines mit sich: einen wachsenden Bedarf an Lademöglichkeiten.

Die Zahl der Elektroautos wächst derzeit noch schneller als die der öffentlichen Ladesäulen. Vor allem in ländlichen Regionen ist der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur noch nicht weit vorangeschritten. Diese Tatsache und die begrenzte Reichweite von Elektroautos im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor verlangt, dass z.B. ein Urlaub an die Ostsee entsprechend gut geplant werden muss. Die Stromversorgung unterwegs muss schließlich gewährleistet sein.

Lesen Sie auch unser spannendes Experteninterview mit Hakan Ardic von Wirelane zum Thema: Ladestation am Ferienhaus.

Nicht nur die eigenen Akkus im Ferienhaus aufladen, sondern auch die des Autos

Urlauber möchten die normalen Standzeiten eines Fahrzeuges zur Energieaufnahme nutzen. Für Gäste mit E-Autos ist es daher eine wirklich tolle Service-Leistung, wenn die Möglichkeit besteht, das Auto über Nacht direkt an der Ferienwohnung oder am Ferienhaus an einer Wallbox zu laden. So ist der Wagen am nächsten Morgen abfahrbereit für Unternehmungen in der Region oder zur Heimreise. Wie Sie diesen Service Ihren Gästen bieten können?

Die Wallbox am Ferienhaus: Das sollten Sie wissen

Eine Wallbox ist eine spezielle Wandladestation für den privaten Bereich. In der Regel wird sie an der Wand (engl. Wall) installiert und direkt an das Stromnetz des Ferienhauses angeschlossen (meistens mit 400 Volt bei 32 Ampere). Reicht Ihnen eine kompakte Wallbox für das Laden von E-Autos, dürften sich die Kosten in Grenzen halten. Kommt eher eine Ladesäule in Frage, vielleicht weil mehrere Anschlüsse benötigen werden oder die Säule nicht direkt am Haus errichtet werden kann, ist mit höheren Investitionskosten zu rechnen.

Die Installation der Wallbox am Ferienhaus

Die Wallbox muss in jedem Fall von einem Elektrofachmann installiert werden und auch beim Netzbetreiber angemeldet werden, denn es gilt die Meldepflicht für eine private Wallbox nach § 19 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV). Genehmigungspflichtig hingegen sind nur Wallboxen mit über 12 kW Ladeleistung. Der Elektriker unterstützt i.d.R. bei der Anmeldung der Wallbox beim Netzbetreiber.

Doch wo sollte die Wallbox am Ferienhaus angebracht werden? Einen guten Schutz für die Wallbox bietet in der Regel eine Garage oder ein Carport. Eine Wallbox ist ein hochwertiges, stromführendes Gerät. Daher sollte man es nicht schutzlos Regen, Schnee, Hagel oder anderen Wetterphänomenen aussetzen. Es gibt aber auch Wallboxmodelle, die für den Outdoor-Bereich konzipiert sind und über einen integrierten Wetterschutz in Form eines gut gekapselten Gehäuses verfügen. Ein weiterer Grund, die Wallbox nicht offen zu präsentieren, sind mögliche Diebstähle. Dies kann sich auch auf Versicherungsbeiträge auswirken.

Wallbox am Ferienhaus: Vor Installation über Abrechnung nachdenken!
Die Wallbox muss in jedem Fall von einem Elektrofachmann installiert werden und beim Netzbetreiber gemeldet werden.

Die Auswahl der geeigneten Wallbox für die Ferienwohnung

Der ADAC empfiehlt den Kauf einer 11 kW Wallbox mit einem Stecker Typ 2. Außerdem ist zum Schutz vor Stromschläge ein FI-Schalter gesetzlich vorgeschrieben. Achten Sie daher beim Kauf einer Wallbox darauf, dass diese über einen FI-Schalter verfügt. Ob Sie eine Ladestationen mit oder ohne fest integriertem Kabel für Stecker-Typ-2 kaufen, sollten Sie ebenfalls vorher abwägen. Zum Lieferumfang eines E-Autos gehört meist ein Ladekabel, sodass Ihre Feriengäste in der Regel bereits über ein Kabel verfügen.

Wichtiger Hinweis: Für den Ladevorgang sollte eine Wallbox immer einer 220-Volt-Haushaltssteckdose vorgezogen werden, um lange Ladezeiten und höheren Stromverbrauch zu verhindern. Zudem sind Stromnetze für das Laden von E-Autos nicht ausgelegt, was zu starker Erwärmung und im schlimmsten Fall zu Kabelbränden führen kann. Auch das Laden an einer Starkstromsteckdose ist auf Dauer nicht empfehlenswert. Denn es besteht die Gefahr von Überlastung, wenn zu viele Autos in einer Straße ohne Wissen des Netzbetreibers gleichzeitig geladen werden.

Info: Wie funktioniert die Installation in einem Mehrfamilienhaus? Im Prinzip läuft die Installation von Wallboxen bzw. Ladestationen in einem Mehrfamilienhaus ähnlich ab wie in einem Einfamilienhaus. Sind sich alle Mieter und Eigentümer einig, prüft ein Elektrofachmann die Gegebenheiten des Stromnetzes vor Ort, inklusive Anschlussleistung. Dann wird ein Kostenvoranschlag erstellt. Schließlich werden Wallbox, Stromzähler, Sicherungen, Schutzschalter und die Kabel eingebaut und ggfs. die Anschlussleistung erhöht. Meist wird in großen Mietobjekten ein Lastmanagement benötigt. Die Modalitäten der Abrechnung sollten vor der Installation geklärt sein.

Die Kosten für eine Wallbox

Die Kosten für die Errichtung einer Wallbox sind abhängig vom gewählten Modell, dem Funktionsumfang und den notwendigen Arbeiten zur Installation. In der Regel liegen die Preise für eine Wallbox mit 11 kW Leistung zwischen 500 und 1.200 Euro. Die Kosten für die Installation durch einen Elektro-Fachbetrieb liegen meist zwischen 500 und 2.000 Euro. Weitere Kosten können anfallen bei veralteten Stromleitungen, einem sehr großen Abstand zwischen Wallbox und Sicherungskasten, zusätzlich benötigte Kabelschächte oder Wanddurchbrüche. Eine vorherige Beratung durch den Elektriker Ihres Vertrauens ist empfehlenswert.

Wallbox am Ferienhaus: Die Modalitäten der Abrechnung

Wallbox am Ferienhaus: Abrechnung nach Verbrauchsmenge
Bei einer Wallbox mit integriertem Stromzähler haben Sie den Verbrauch stets im Blick.

Zudem sollten Sie sich vor Kauf und Installation der Wallbox überlegen, wie der Ladestrom berechnet, gezählt und abgerechnet wird. Denn selbstverständlich müssen Sie Ihren Gästen den Strom für die Ladung des Autos nicht schenken.

Abrechnung am Ferienhaus über exakte Verbrauchsmenge

Wenn Sie auf der Suche nach einer Wallbox sind, die nur von einem eingeschränkten Personenkreis (z. B. Ihrem Reinigungspersonal und Ihren Gästen) verwendet werden soll, benötigen Sie ein Modell mit Zugangsbeschränkung. Die einfachste und beliebteste Variante ist dabei die Ladefreigabe über RFID. Der Start des Ladevorgangs erfolgt dabei über eine kleine Karte oder einen Chip/Schlüsselanhänger, der berührungslos an die Wallbox gehalten wird. Die Wallbox prüft, ob die RFID-Karte zugangsberechtigt ist und startet den Ladevorgang. So stellen Sie sicher, dass nur jene Personen laden, die auch dazu berechtigt sind. Das ist vor allem dann relevant, wenn Ihre Wallbox ungeschützt und leicht zugänglich für Dritte ist.

Wallboxen mit RFID und integriertem Stromzähler (MID-Wallbox) sind vor allem dann sinnvoll, wenn Sie pro Benutzer oder Fahrzeug genau wissen möchten, welche Strommengen verbraucht wurden. Während ein integrierter Zähler den geladenen Strom misst, erlaubt Ihnen das RFID-System die verbrauchten kWh pro RFID-Karte auszugeben.

Wann ist eine Ladestation mit integriertem Stromzähler (MID-Wallbox sinnvoll)? Möchten Sie den Stromverbrauch für das Laden des E-Autos Ihrer Feriengäste nach exakter Verbrauchsmenge abrechnen, ist eine MID-Wallbox notwendig, die die Richtlinien zur geeichten Regulierung von Messgeräten erfüllen. Allerdings sind solche Lösungen nicht ganz günstig, daher sollten Sie genau abwägen, ob diese Abrechnung sinnvoll für Sie ist. In einem Mehrparteienhaus oder Ferienresort mit mehr als nur einem Ferienhaus kann diese Art der Wallbox natürlich sinnvoll sein, um Zugang und Abrechnung zu erleichtern.

Rechnen Sie die Stromkosten mit Ihren Gästen ohnehin nach Verbrauch ab, schlägt sich der höhere Verbrauch aufgrund des Ladens automatisch auf die Kosten nieder und Sie können wie gewohnt Ihre Abrechnung nach Verbrauch durchführen.

Wallbox am Ferienhaus: Abrechnung über eine Pauschale

Eine weitere Möglichkeit ist die Abrechnung über eine tägliche Pauschale. Die meisten Feriengäste sind durchaus bereit, einen Betrag X pro Tag zu zahlen. Besitzer von E-Autos sind es gewohnt den Ladevorgang zu bezahlen, insofern werden Sie hier sicherlich auf Verständnis stoßen, wenn Sie das Thema bei Ihren Gästen ansprechen.

Laden über normale Steckdose untersagen

In seltenen Fällen kommt es auch vor, dass Gäste ungefragt ihr E-Auto an einer normalen Schuko-Steckdose oder einer Starkstromsteckdose an Ihrem Ferienhaus aufladen. Wenn Sie nicht mit der Ladung von Elektroautos an Ihrer Ferienunterkunft einverstanden sind, weil beispielsweise Ihre Stromleitungen dafür nicht ausgelegt sind, dann sollten Sie dieses bereits im Mietvertrag ausschließen und unbedingt in die Hausordnung mit aufnehmen.

Infos über öffentliche Ladestationen geben

Für Spaß statt Stress, für Entspannung statt Ärger im Urlaub gilt immer häufiger: Der Schlüssel zu allem ist für E-Autofahrer das Wissen um die Erreichbarkeit der nächsten Ladestation. Punkten Sie bei Ihren Gästen mit der Bereitstellung einer Übersicht, wo es in der Nähe Ihres Ferienhauses öffentliche Ladesäulen gibt.

Wallbox am Ferienhaus: Erleichtert Urlaub mit E-Auto. Abrechnung erfolgt dank Stromzähler.
Reiselust statt Reisefrust: Eine gute Planung ist für den Urlaub mit dem E-Auto entscheidend.

Aktuelles: Die Förderung von E-Ladepunkten im Rahmen des Programms “Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft” fördert Ladepunkte für E-Autos und E-Bikes u.a. an Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Aktuelle Informationen erhalten Sie hier.

Fazit

Durch die stark steigende Zahl an E-Autos suchen auch immer mehr Urlauber nach einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus mit einer Ladestation für Elektroautos. Als Vermieter sollten Sie die Chance nutzen. Bei einer Wallbox am Ferienhaus sollten Sie sich jedoch unbedingt Gedanken über die Abrechnung im Vorfeld machen.

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  • Achten Sie auf eine gute Gäste-Kommunikation. Heben Sie hervor, dass das Aufladen der E-Autos in den meisten Fällen nicht inklusive ist (kein Anzapfen über die normale Stromzufuhr im Preis inbegriffen).
  • Geben Sie in Ihrem Inserat (im Mietvertrag, in der Buchungsbestätigung und Hausordnung) an, wie Sie die Aufladekosten verrechnen.
  • Informieren Sie ggfs. die Touristeninformation vor Ort über Ihre Ladestation. So können interessierte Urlauber einfacher einen Überblick erhalten.

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