Dieser Text wird etwas länger, weil wir den mittleren Smiley erklären müssen. Eigentlich stimmt er in beide Richtungen nicht. Vorab: Wir haben keine Ansprüche. Uns reicht ein nettes Dach über dem Kopf, wir passen uns den Situationen an und sind wirklich leicht zufriedenzustellen. - Diesmal haben wir uns den Wunsch erfüllt, auf ein Meer blicken zu können. Die Lage: Unübertroffen. Der Ausblick war wie erhofft - Hafen, Steilküste und Meer. (Kein Blick auf den Golfplatz, dort gibt es gar keinen, das war uns allerdings bekannt ). Sowohl auf dem Kap als auch in der Stadt/am Hafen ist man zu Fuß in wenigen Minuten. Eine sehr gute Boulangerie ist ebenfalls schnell zu Fuß zu erreichen. Einen Parkplatz hatten wir (meist, siehe weiter unten) vorm Haus (nicht im Grundstück, wie in der Anzeige geschrieben). Es gibt viele Dinge, die man in Fécamp und Umgebung erleben kann und die sich wirklich, wirklich lohnen (die Küste ist vom Meer aus gesehen übrigens noch schöner!) Die Ausstattung: Die Küche ist zweckmäßig ausgestattet und entspricht der Beschreibung im Internet und dem sehr günstigen Mietpreis. Die Fotos entsprechen der Realität. Kompromissbereitschaft sollte vorhanden sein. - Eine Waschmaschine, die in der Anzeige steht, haben wir nicht gefunden, aber zum Wäsche waschen waren wir ja nicht da und haben daher auch nicht nachgefragt. Die beiden Schlafräume sind gemütlich, sauber und liebevoll eingerichtet. Dass man Bad und Toilette nur durch das Schlafzimmer erreicht, ist kein Problem, wenn man als Familie reist. Man sollte es aber wissen. Das obere sehr hübsche Schlafzimmer ist, wie in der Anzeige korrekt beschrieben, über eine herkömmliche ausklappbare Bodentreppe erreichbar, also nichts für Leute, die nicht rückwärts hinunter klettern können. Das WLAN funktioniert schnell und problemlos, das haben wir vergangenes Jahr in der Nähe anders gehabt. Unseren Sohn hat es gefreut. Terrasse: Wir hätten uns über die Liegestühle vom Foto gefreut, aber es war okay, auch einfach nur auf Gartenstühlen zu sitzen. Ein Sonnenschirm ist vorhanden. Der Grill war uns etwas zu suspekt - aber er tut sicher seinen Job. Ruhige Lage: An sich vermutlich ja, und mit dem Folgenden tue ich mich etwas schwer, weil ich nicht weiß, wie der Vermieter hier hätte Einfluss nehmen können. Trotz allem: Urlaub ist etwas, worauf man oft lange hinspart, deswegen findenich es fair, unsere Eindrücke zu schildern. - Das war unsere Realität: Fécamp ist eine recht lebendige Stadt, die man auf dem Cap Fagnet natürlich hört (Hafenbetrieb mit Warnton, damit keiner plattgefahren wird, das alljährliche Motorradtreffen, Musik). Das passt alles und ist richtig so. Als absolute Zumutung laut wurde es jedoch nach einer geschäftigen ersten Urlaubswoche ab Freitag Abend, als ein privates Riesenevent im Grundstück direkt oberhalb unseres Quartiers startete. Wir sind wirklich auch zu Hause Kummer gewohnt - aber eine echte Disco mit brüllendem DJ und mitsingenden Horden ungebremst und unter freiem Nacht- und Frühmorgenhimmel direkt nebenan bis 4 Uhr morgens muss man wirklich mögen, wenn man am Meer eigentlich eher das Gegenteil sucht. Leider war das Event damit nicht beendet; am Samstag fielen wir mutlos zusammen, als wir gegen Abend von unserem Tagesausflug zurückkamen, unsere kleine Avenue und alle Zufahrtswege weiterhin heillos autoverstopft waren und uns die nächsten hämmernden Bässe und laute Mitsänger schon begrüßten. Unnötig zu erwähnen, dass sich auch zum Happening am Samstag eine unfassbare Menschenmenge zum lauten „In-den-Sonntag-Reinfeiern“ mit ihrem stimmgewaltigen DJ am Mikro eingefunden hatte. (Fun Fact: Strafzettel inklusive. Frommer Wunsch: Hoffentlich wirds richtig teuer. - Der Parkplatz am Haus war damit übrigens auch passé.) Erst war es nur laut. - Die richtige Disko unter freiem Himmel mit zumindest in den Refrains sehr sicheren Chor-Hundertschaften (von denen viele auch dissonant, aber gellend pfeifen können), begann diesmal nach Mitternacht (0:45 Uhr). Das Ganze zog sich - wie könnte es anders sein - krachend bis in die Morgenstunden. Nach 5 waren wir immer noch unfreiwilliger Teil dieser Massenveranstaltung. Der wahnsinnig nervenzerrende Baulärm ab Woche 2 täglich vermutlich durchgängig von früh bis Feierabend gegen 17 Uhr vom selben Grundstück - also wieder direkt über uns - war da ein weiteres Tüpfelchen auf dem i, damit war draußen frühstücken in dieser Woche leider nicht mehr möglich. - Aber irgendwann muss das Haus da oben ja auch fertig werden, es war einfach Pech, dass das gerade in dieser Zeit begonnen wurde. So sehr wir den Luxus dieser wirklich unvergleichlichen Lage und die absolut traumhafte Aussicht genossen haben und so sehr wir am ersten Tag voll Euphorie am liebsten gleich fürs nächste Jahr hier gebucht hätten- wir werden hier wohl nicht noch einmal wohnen. Darüber sind wir echt traurig - am Quartier an sich liegt es ausdrücklich nicht. Aber wer sicher gehen möchte, zumindest irgendwann nach Mitternacht schlafen zu können, sollte dringend ins Kalkül ziehen, dass man hier mit der wohl neu zugezogenen direkten Nachbarschaft echt und heftig rechnen muss. Auch geschlossene Fenster helfen leider nicht. - Wir haben das ausgiebig getestet. Fazit: Baustellen in Wohngebieten - unvermeidlich, weil das Arbeitsleben auch dann weitergeht, wenn Leute Urlaub machen. Aber: Wenn von zwei Wochen drei Tage und Nächte in einer ausdrücklich „ruhigen Wohngegend“ in einem Quartier, in dem Feiern verboten sind (womit wir davon ausgehen, dass das Konsens in der Wohngegend ist) derart unerträglich beschallt werden, ist das nicht hinnehmbar. Wir wünschen unseren sehr netten und sehr geduldigen Vermietern und den anderen Anwohnern „unseres“ Caps weiterhin starke Nerven für die neuen Nachbarn auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde! Unseren Nachfolgern wünschen wir von Herzen, dass der Fußboden im Krachmacherhaus ohne Fenster bald raus und die Fliesen bald ab ist - und dass nicht während des Urlaubs der nächste Geburtstag ansteht. Zusammenfassung: Das war der Urlaub mit der allerschönsten Aussicht, den allernettesten Menschen in allen Orten, die wir besucht haben, der besten fußläufigen Anbindung an Traumorte und dem allermeisten durchgängigen unerträglichen täglichen/nächtlichen Lärm, den wir jemals hatten.