Stornierungen: Das sollten Sie als Vermieter beachten

Auch das noch: Ihre Gäste sagen die Anreise ab. Insbesondere, wenn Stornierungen kurzfristig sind, ist der Ärger oft groß. Dennoch Stornierungen gehören bei der Vermietung von Ferienunterkünften genauso dazu wie Buchungen. Viele Urlauber buchen ihre Ferienunterkunft für den Sommer bereits Anfang des Jahres. So kann es zwischenzeitlich dazu kommen, dass die Reise nicht mehr angetreten werden kann. Daher ist es ratsam sich bereits vor der Vermietung mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir möchten Ihnen hier einen kleinen Überblick zum Thema „Stornierungen“ geben und aufzeigen, wie Sie Stornierungen verhindern und mit Absagen umgehen können.

Stornierungsbedingungen sinnvoll definieren und im Voraus angeben

Kennen Sie das auch? Der Gast storniert und ist völlig überrascht, dass Sie trotzdem einen (anteiligen) Mietpreis verlangen?  In vielen Fällen geschieht dies nicht aus böser Absicht des Gastes, sondern vielmehr aus Unwissenheit. Ihm ist gar nicht bewusst, dass er mit Vertragsabschluss auch eine Zahlungsverpflichtung eingeht.  Grundsätzlich gibt es keine Formvorschrift für einen Vertragsabschluss. Ein gültiger Vertrag liegt bereits dann vor, wenn der Gast telefonisch oder per Mail den gewünschten Zeitraum zusagt. Und grundsätzlich gilt: Sagt ein Gast den gebuchten Aufenthalt ab, hat er den vereinbarten Mietpreis zu zahlen abzüglich der Kosten, die der Vermieter durch die Stornierung eingespart hat.

Daher empfehlen wir die Stornierungsbedingungen offen zu kommunizieren und Verträge immer schriftlich abzuschließen, um spätere Missverständnisse und Unannehmlichkeiten zu vermeiden. In diesem Zusammenhang kann es auch sinnvoll sein, Ihren Gästen eine Reiserücktrittsversicherung zu empfehlen, die unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. schwerwiegende Krankheit, Unfall) greift. Bei Abschluss einer solchen Versicherung sind sowohl Ihre Gäste als auch Sie im Falle einer Stornierung abgesichert.

Legen Sie Ihre Stornierungsbedingungen schon vorab fest.

Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen die Stornierungsbedingungen bereits in Ihrem Inserat anzugeben. Dann weiß der Gast noch bevor er anfragt, welche Kosten im Falle einer Stornierung auf ihn zukommen und kann später nicht sagen: „Das wusste ich nicht“. Loggen Sie sich hierfür einfach in den „Vermieter-Bereich“ ein und gehen dann zu den Preisen. Hier können Sie nun die bereits angelegten Stornierungsbedingungen „flexibel“, „moderat“ oder „streng“ auswählen oder Ihre eigenen Stornierungsbedingungen festlegen.

Unser Tipp: Staffeln Sie die Stornierungskosten abhängig vom Zeitpunkt der Stornierung. Je weniger Zeit zwischen Stornierung und Anreisetag liegt, desto höher sollte der vom Gast zu zahlende Betrag sein.
Denn die Aussicht auf eine erfolgreiche Neuvermietung ist größer, wenn die Absage bereits Monate vor dem Reisetermin erfolgt.

Der Gast hat storniert- was nun?

Wenn der Urlauber seine Reise nicht antreten kann und storniert, versuchen Sie das Beste daraus zu machen. In jedem Fall sollten Sie den direkten Kontakt zu dem Urlauber suchen. Oftmals sind es weniger schöne Umstände, die den Gast dazu zwingen die langersehnte Reise zu canceln. In solchen Fällen lohnt es sich fast immer, wenn Sie sich kulant zeigen. Schauen Sie in Ihrem Kalender nach und bieten dem Gast einen freien Alternativtermin zu einem späteren Zeitpunkt an. Er wird es Ihnen mit Sicherheit danken. Nicht selten wird so aus einer „stornierten Buchung“ ein Stammkunde.

Erst wenn Sie im direkten Kontakt keine faire Lösung für beide Seiten finden, sollten Sie über eine rechtliche Beratung nachdenken. Viel wichtiger ist es jedoch sich schnell um Ersatzmieter zu bemühen und als ersten Schritt Ihren Belegungskalender für den Zeitraum wieder als „verfügbar“ zu markieren!

 

Bemühen Sie sich schnellstmöglich um eine Neuvermietung!

Um die Buchungslücke schnell zu schließen, können Sie die Aufmerksamkeit auf Ihr Inserat durch folgende Maßnahmen erhöhen:

  1. Buchen Sie ein Top-Inserat und Ihre Anzeige wird für die gebuchte Zeit in regelmäßigen Abständen sowohl in den Regionenübersichten als auch in der Ergebnisliste gesondert gelistet. Sie können das Top-Inserat im Vermieterbereich ab einer Laufzeit von einem Monat buchen.
  2. Sie können auch kostenlos ein Sonderangebot für die entstandene Buchungslücke erstellen. Klicken Sie hierfür in Ihrem Vermieterbereich im Menüpunkt „Preise“ auf das Symbol mit dem Prozentzeichen hinter dem gewünschten Zeitraum, so dass eine neue Zeile eingefügt wird.

Mit einem Sonderangebot lässt sich die Buchungslücke hoffentlich schnell schließen!

Rechtliches- Was können Vermieter bei Stornierungen verlangen?

Eine gute Nachricht für Sie vorweg:  Im Falle einer Stornierung steht Ihnen grundsätzlich der Mietpreis für den gebuchten Zeitraum zu, auch wenn hierüber keine gesonderte Vereinbarung mit dem Gast getroffen wurden. Denn bei der Vermietung von Ferienunterkünften greift meistens das klassische Mietrecht und dem Vermieter steht somit grundsätzlich ein Anspruch auf Zahlung des vereinbarten Preises zu. Anders verhält es sich beispielsweise bei Pauschalreisen, für diese gelten Regelungen des Reiserechts.

Mietverhältnisse sind nach § 542 II BGB nur aus außerordentlich wichtigem Grund kündbar. Ein außerordentlicher Kündigungsgrund kann beispielsweise sein, wenn dem Mieter der Gebrauch der Unterkunft nicht oder nur zum Teil zugänglich gemacht wird oder eine erhebliche Beeinträchtigung der Nutzung besteht. Schimmelpilz- oder Ungezieferbefall, der die Gesundheit gefährdet, erhebliche Lärmbelästigung oder unzureichende Beheizung können zu einer außerordentlichen Kündigung führen.

 

Bei einer Stornierung sind Sie als Vermieter rechtlich abgesichert. Dennoch sollten Sie versuchen, gemeinsam mit dem Gast eine faire Lösung zu finden.

Der Mieter wird demnach nicht von der Entrichtung der Miete befreit, wenn er aus persönlichen Gründen absagt, und zwar unabhängig davon, wann abgesagt wird (§ 537 II BGB). So können Vermieter die volle Miete verlangen, abzüglich der Kosten, die durch den Ausfall der Vermietung ausbleiben.  Dabei gilt: selbst bei einer extrem kurzfristigen Absage mit wenig Aussicht auf Neuvermietung, z.B. einen Tag vor Anreisetermin können dem Gast nicht die vollen Kosten in Rechnung gestellt werden, sondern die ersparten Aufwendungen (wie Gas, Wasser oder Frühstück) müssen laut dem Urteil des Oberlandgerichts Nürnberg (OLG Nürnberg Az.: 3 U 1559/99) abgezogen werden.

Anders sieht es aus, wenn Sie für den Zeitraum zum gleichen Mietpreis an andere Gäste vermieten können. Das heißt konkret, sobald die Ferienwohnung oder das Ferienhaus für den betreffenden Zeitraum neu vermietet wurde, entfällt auch der Anspruch auf Stornierungskosten. Dann stehen Ihnen nur die Kosten für die Stornierung zu (z.B. Portokosten oder Kosten für bereits bestellte Dienstleistungen).

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss

In diesem Zusammenhang gilt es zu beachten, dass auch Sie als Vermieter gewisse Pflichten haben.  So sind Sie bei einer Stornierung dazu angehalten, sich um einen Ersatzmieter für den freigewordenen Zeitraum zu bemühen. Gelingt es Ihnen den besagten Zeitraum neu zu vermieten, sind Sie gegenüber dem Mieter auskunftspflichtig. Darüber hinaus kann der ursprüngliche Urlaubsgast sich jederzeit über den Fortschritt der Ersatzsuche bei Ihnen erkundigen, den Sie dann auch wahrheitsgemäß mitteilen müssen.


Hinweis: Alle Angaben im Ratgeber wurden sorgfältig geprüft. Wir übernehmen jedoch keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit, Rechtskonformität oder Qualität der bereitgestellten Informationen.

 

 

Vorheriger Beitrag

Nächster Beitrag

Kommentare

    • Marketingteam

      Liebe Frau Duhnen,
      besten Dank für Ihr Feedback. Wir freuen uns sehr, wenn unsere Tipps für Ihren Vermieteralltag hilfreich sind.
      Herzliche Grüße, Ihr Team von Ferienhausmiete.de

Leave a comment

*