Gastgebermagazin

Ein Blick Richtung Zukunft & den Workation-Trend

Die Erholung der Reiseindustrie in Europa ist in vollem Gange. Gäste auf dem ganzen Kontinent buchen Ferienunterkünfte für den Sommer während die Impfkampagne stetig voranschreitet. Gibt es bereits erkennbare Trends im Buchungsverhalten, die der Aufschwung mit sich bringt? Verändern sich die Bedürfnisse und das Reiseverhalten? Und wenn ja, wie? Werden es kurzfristige Änderungen sein oder sollte sich die Ferienhaus-Branche auf ein nachhaltig verändertes Reiseverhalten einstellen?

Mehr längere Aufenthalte

Eine der vielleicht am wenigsten überraschenden Veränderung ist der Trend zu längeren Aufenthalten. Zunehmend wird von Experten festgestellt, dass es in der Reisebranche eine wachsende Bewegung hin zu längeren Reisen gibt. Eben mal kurz übers Wochenende nach Mallorca, jedes Wochenende an einem anderen Ort. Diese Art des Reisens wird in Zukunft wahrscheinlich weniger. Wochenendausflüge sind nicht mehr die Top-Wahl. Der Trend geht in Richtung längeres Reisen, aber auch bewussteres Reisen. Dies könnte z. B. wie folgt aussehen: 3 Wochen Aufenthalt in einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung, davon 2 reine Urlaubswochen und 1 Arbeitswoche. Arbeiten und Reisen werden kombiniert und die Unterkunft ist nicht mehr nur Urlaubsdomizil sondern ein Zuhause auf Zeit. Kurzfristig spielt sicherlich auch noch der folgende Aspekt eine Rolle: Viele Menschen haben ihre Urlaubstage angespart nachdem sie im letzten Jahr nicht verreist sind, was bedeutet, dass sie mehr Zeit für den Urlaub zur Verfügung haben.

Work from anywhere & Workation

Auch Befragungen der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass in den kommenden Jahren immer mehr Menschen mindestens einmal im Jahr aus der Ferne arbeiten werden und die Zielgruppe der sogenannten „Remote-Arbeiter“ auch für Ferienhausbesitzer immer relevanter werden kann. Denn Remote Work (frei übersetzt: „Fernarbeit“) also das Arbeiten von zuhause oder von einem x-beliebigen Ort aus wird schon jetzt als einer der Mega-Trends der Zukunft angesehen.

Urlaub machen, um zu arbeiten? Ja, das wird es in nächsten Monaten vermehrt geben. Und es gibt auch schon ein neues Wort dafür: Workation – ein Mix aus „Work“ (Arbeit) und „Vacation“ (Urlaub). Die Frage nach der „Work-Life-Balance“, die in den vergangenen Jahren oftmals diskutiert wurde, bekommt in der Covid-19 Ära noch einmal eine neue Facette.

Eine Gedankenreise

Wie wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten? Wo hört Freizeit auf und fängt die Arbeit an? Was ist dran an der Feststellung: Arbeitszeit ist Lebenszeit? Was könnte also eine Alternative für die Zukunft sein? Wird es darum gehen, genau dort zu denken und zu arbeiten, wo wir persönlich am produktivsten sind? Fragen, die sich immer mehr Menschen (insbesondere der jüngeren Generation) immer häufiger stellen. Der zunehmende Wunsch nach Selbstbestimmung auf der einen Seite und die fortschreitende Digitalisierung auf der anderen Seite unterstützen diesen Trend. Nach einem Jahr der Anpassung an die neue Normalität ist klar, dass die Pandemie Unternehmen auf der ganzen Welt die Möglichkeit bot, Modelle für das Homeoffice zu testen. Ein Unterfangen, das sich in vielen Fällen nicht nur als notwendig, sondern auch als überraschend effektiv erwies. Dennoch ist der folgende Aspekt nicht außen vor zu lassen: Die „Von zu Hause-Arbeiten-Situation“ ist und war nicht immer und für jeden ideal. Die Schulen geschlossen, die Kinder zu Hause, das Internet funktioniert nicht, der Hundesitter kommt nicht und keine Cafés, in die man ausweichen kann. Es ist daher nicht überraschend, dass sich bei dem ein oder anderen auch eine verständliche Abneigung gegen die „Arbeiten von zu Hause-Idee“ entwickelt hat. Was könnte also eine Alternative für die Zukunft sein? Wird es darum gehen, genau dort zu denken und zu arbeiten, wo wir persönlich am produktivsten sind?

Das sagen Studien

Laut einer aktuellen Studie von Expedia zufolge, können sich 49 Prozent der aktuellen Heimarbeiter gut einen Tapetenwechsel vorstellen beziehungsweise wünschen sich dies sogar. So äußerten sich 55% der Heimarbeiter, dass sie die Arbeit am Urlaubsort der Heimarbeit vorziehen. Wiederum 37% der Befragten glaubten, entspannter Arbeiten zu können, wenn der Arbeitsplatz nicht das eigene „Zuhause“ wäre. Zusammenfassend lässt sich feststellen: Als Folge der Pandemie haben viele Menschen die Freiheit erhalten, von überall aus zu arbeiten. Um der Monotonie und den Schwierigkeiten des Homeoffice zu entkommen, entscheiden sich zunehmend mehr Menschen dafür, von neuen Orten aus zu arbeiten. Und oben genannte Ausführungen lassen den Entschluss zu, dass die Kombination aus Arbeit und Urlaub kein kurzfristiger Trend sein wird, sondern auch langfristig anhalten wird.

Wie können Sie vom Workation-Trend profitieren?

Gibt man das Wort „Workation“ in die Suchmaschine ein, erscheinen unter den ersten Anzeigen bezahlte Anzeigen von Hotels namhafter Hotelketten und Reiseveranstalter. Dies zeigt, dass der neue Trend bereits in den Marketingabteilungen großer Unternehmen angekommen ist und in der neuen Zielgruppe viel Potential gesehen wird. Im Vergleich zu einem Hotelzimmer eignet sich ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser für diese Zielgruppe. Daher sollten auch Vermieter von privaten Unterkünften und Vermietungsagenturen die Chance ergreifen und im Marketing die neue Zielgruppe der „Remote-Worker“ aufnehmen. Hier sind durchaus Potentiale, insbesondere für die Nebensaison zunehmend zu erwarten. Oftmals können Sie dabei schon durch kleine Erweiterungen in der Ausstattung sowie Anpassungen im Inserat und der Vermarktung eine große Wirkung erzielen.

4 Tipps für eine höhere Auslastung

1. Bereiten Sie Ihr Mietobjekt für längere Aufenthalte vor. Nutzen Sie unseren Filter „Langzeitmiete“.

2. Vermarkten Sie Ihre Ferienunterkunft für „Fernarbeiter“. Mehr hierzu in unserem Beitrag: So vermarkten Sie Ihre Ferienwohnung an Geschäftsreisende

3. Machen Sie Ihr Inserat fit für den „Boom“, indem Sie besonders stark nachgefragte Ausstattungsmerkmale hervorheben

4. Das Wichtigste: Verfolgen Sie aktuelle Entwicklungen und seien Sie offen für neue Trends und ein verändertes Buchungsverhalten.

Ein Beispiel: Präsentieren Sie die komfortablen Arbeitsbereiche in Ihrer Ferienwohnung oder Ihrem Ferienhaus, heben Sie das High-Speed-WLAN in der Inserats-Beschreibung besonders hervor. Weisen Sie daraufhin, dass Remote-Arbeiter auch ihren Hund nicht zurücklassen müssen, indem Sie z. B. alle besonderen Merkmale wie einen vollständig eingezäunten Hinterhof oder einen nahegelegenen Hundepark deutlich hervorheben.

Schwimmende Grenzen zwischen Gastgewerbe und Immobilien

Was aus Anbietersicht zudem immer mehr zu beobachten ist: Nicht nur die maximale Aufenthaltsdauer wird erweitert, auch die Grenzen zwischen den Anbietern von kurzfristiger, mittelfristiger und langfristiger Immobilienvermittlung schwinden zunehmend. Die Suchanfragen nach Langzeitaufenthalten auf Ferienhaus-Portalen steigen zunehmend an und so ist es kein Wunder, dass bei Reiseportalen das Segment der Langzeitvermietung stärker in den Fokus rückt. Spannend bleibt sicherlich die Frage, ob die verschwimmenden Grenzen zwischen Gastgewerbe und Immobilien irgendwann ganz verschwinden werden. Phocuswright, die weltweit führende Forschungsinstanz der Reisebranche, ist jedenfalls davon überzeugt.

Welche neuen Trends in der Ferienhaus-Branche sehen Sie? Können Sie Änderungen im Buchungsverhalten Ihrer Gäste erkennen?

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