Korsika – Insel der Vielfalt

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Es hat sich herumgesprochen, wie schön die Mittelmeerinsel Korsika ist. Tatsächlich muss man nicht lange suchen, um „wilde“, kaum vom Tourismus berührte Ecken für sich zu entdecken. Vielleicht liegt es daran, dass Korsika zu allen Jahreszeiten lohnt, aufgesucht zu werden. Der korsische Winter in den Höhenlagen bietet sogar den Wintersportlern gute Betätigungsmöglichkeiten. Auf Korsika lassen sich sowohl hohe Berge, mit liebevoll angelegten Wanderwegen, als auch romantisch-urwüchsige Kulturlandschaften genießen, zu denen insbesondere die uralten Kastanienwälder gehören.

Historische Orte mit tollen Ausblicken wollen erkundet werden.

Steile Küsten wechseln sich ab mit versteckten Buchten und kleinen Sandstrandidyllen, die nicht nur etwas für Sonnenanbeter und Faulenzer sind, sondern willkommene Zwischenstationen auf einem der Top-Wanderwege der Insel. Last but not least, auch Reiter können sich an Korsika erfreuen, denn hier sind über 2.000 offizielle, überaus abwechslungsreiche Reitwege für Pferde und Esel angelegt. Historische Orte mit pittoresken Altstadtkernen, beste kulinarische Erlebnisse zwischen französischen und italienischen Gaumenfreuden und ausgedehnte Naturschutzregionen machen die Insel zu einer der schönsten und vielfältigsten des Mittelmeers.

Korsika empfängt seine Besucher mit Postkartenidylle.

Mit „Scandola“ bietet Korsika eine Region, die seit 1983 auf der UNESCO-Weltkulturliste steht. Die Küste besticht durch ihre Wildheit, die sich sowohl in den scharfen, bizarren, dem Meer und den Winden ausgesetzten Klippen als auch im mit Eichen und Erdbeerbäumen bewaldeten Bergland widerspiegelt. Man versucht hier, die fast ausgestorbenen Fisch- und Steinadler anzusiedeln, und im Wasser sind Thunfische, Schwertfische und Delfine zu beobachten. Man darf hier nur nach strengen Vorschriften auf kleinen Pfaden wandern, damit dieses Kleinod für die nächsten Generationen bestehen bleibt. Was allerdings in meinen Augen den Reiz der Region nur steigert. Wer ein Boot sein eigenes nennt, kann die Scandola auf dem Seeweg entdecken.

Immer wieder werden Wanderer mit tollen Ausblicken belohnt!

Angesichts der vielen Superlative ist die Frage erlaubt: Hat die Insel auch etwas nicht? Ja, sie ist definitiv nicht die erste Wahl, wenn man ein ausgesprochener Strandurlauber ist und den faulen Strandtag mit einer Restaurant- oder Bartour abschließen möchte. Nur 10 % der zahlreichen korsischen Buchten haben Sandstrände und dahinter liegen keine (oder kaum) Bars. In der Tat, für Strandurlauber eigenen sich andere Mittelmeerregionen wesentlich besser. Dafür hat die Insel 50 Bergspitzen, die über 2.000 Meter in den Himmel ragen. Der höchste von allen ist der Monte Cinto, ein 2.706 Meter hoher Riese im Gebirgs- und Gratkamm der Insel, der grob gesagt von Nord über West nach Süden verläuft. Hier tummeln sich einige andere der höchsten Berge, wie beispielsweise der Monte Rotondo (2.622 Meter). Sportive Bergwanderer folgen dem berühmten Weitwanderweg GR 20, der den gesamten Gebirgskamm durchläuft.

Strenge Romantik in den korsischen Bergen

Korsen gelten als eigenwillig, stur und aufbrausend. Nun, eigen sind sie schon, aber auf keinen Fall reizbarer als ihre Festlandnachbarn. Das Vorurteil liegt ein Stück weit an ihrer Vergangenheit, in der es nur so von gescheiterten Unabhängigkeitsversuchen und Fremdherrschaft wimmelt. Sogar der berühmteste Korse, Napoleon Bonaparte, kämpfte für Frankreich und seine Ideale und nicht für Korsika. Übrigens, Bonaparte betrat nach seiner Geburt nie wieder seine Heimatinsel. Da ist es nur zu verständlich, dass die negative Landeshistorie im kollektiven Gedächtnis eine psychische Entsprechung bekommt. Aber auch die Geografie trägt zum Eigensinn und mentaler Besonderheit bei. Korsika ist eine Berginsel mit Gipfeln von knappen dreitausend Metern und zahlreichen Hochplateaus, die Landwirtschaft im größeren Stil kaum erlaubt und die Korsen zu Jägern, Sammlern, Hirten und Bergdorfbewohnern macht(e). So blieben sie bis heute tendenziell ein ‚wildes‘ und im Geiste unabhängiges, stolzes Volk.

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Korsika ist ein Paradies für Pferde.

Verwilderte Schweine, kleine Pferde, Esel und Ziegen bevölkern die Insel und teilen sich die Straßen und Wanderwege mit Autos und Wanderern. Leider wurde das Wahrzeichen Korsikas, der Mufflon, fast ausgerottet, und der korsische Hirsch musste erst wieder ausgewildert werden, nachdem Menschen seine freien Bestände vollständig vernichtet hatten. Adler und Bartgeier sind in Bergwäldern und an steilen Küsten vereinzelt anzutreffen und stehen unter strengem Schutz. Die Bergmassive ragen hoch in den Himmel und geben der Insel den Beinamen „Berg im Meer“. Gleichzeitig bieten sie für passionierte Wanderer und Kletterer viele echte Herausforderungen, die Anfänger auf keinen Fall ungeübt oder unbegleitet unternehmen sollten. Berühmt ist der von Michel Fabrikant angelegte, 1972 eingeweihte GR 20, ein 170 Kilometer langer Weitwanderweg von Calenzana nach Conca, der das Hauptbergmassiv im Westen der Insel in Nord-Süd-Richtung passiert und zahlreiche, schwere wie einfache Zuwege hat.

Endlich auf dem Sattel mit Blick zum Ninosee
Endlich auf dem Sattel mit Blick zum Ninosee.

Korsikas Naturwelt bietet wunderschöne Wanderungen, die sich für Genusswanderer, wie ich es einer bin, eignen. Der Aufstieg zum Lac de Ninu, dem Ninosee, ist eine meiner absoluten Lieblingsstrecken. Das Highlight dieser Strecke ist der hochgelegene Ninu oder Nino, der, wie sollte es anders sein, auch von dem GR 20 passiert wird (Sie können also weiterwandern!).

Kleiner Rundumblick in der Gebirgslandschaft am Ninosee.

Er liegt auf einem großen Bergsattel oder Hochplateau, dem Plateau du Camputile, und besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen, die eiskaltes Wasser führen. Umgeben ist er von sogenanntem Regenmoor und saftigen, wie Moosteppiche aussehenden Pozzi-Wiesen, die, falls sie nicht zu nass sind, zu einem Picknick einladen, das ich mir auf meinen Wanderungen nie nehmen lasse. Frei herumgrasende, handzahme Pferde leisten einem Gesellschaft. Je nach Saison lassen sich hier mal mehr, mal weniger Touristen blicken, doch die meisten gehen auf ihrer Tour schnell weiter und schon haben Sie die grandiose Landschaft und stille Natur für sich allein. Der Ninosee ist ein Relikt eines Gletschers, wovon die ihn umgebenden Moränen zeugen. Sein Wassersammelbecken, der in den Wintermonaten zufriert, ist der Ursprung des zweitgrößten Flusses Korsikas, des Tavignanos.

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Typische Feuchtwiesen hoch in den Bergtälern
Typische Feuchtwiesen hoch in den Bergtälern.

Gewöhnlich beginnt man diese Wanderung am Forsthaus Poppaghia (Maison Forestière de Poppaghia) an der Straße Col de Vergio Richtung Albertacce (D84). Dort erwartet Sie ein durchgehend markierter Weg, der sich zunächst durch den „schwarzen Wald“, den Valdu Niellu, mit seinen herrlich duftenden, mächtigen Laricio-Kiefern schlängelt. Sie befinden sich hier auf circa 1.080 Meter über dem Meer. Nach diesem einfachen Beginn kommt eine zweite, steilere Etappe auf den Kamm, der grob gesagt zwischen Paglia-Orba- und Cinto-Massiven verläuft. Die grandiosen Ausblicke, der Duft und die klare Luft dieser Strecke entschädigen vollauf für zeitweiligen Anstrengungen. Es geht abwechslungsreich mit Talwechsel durch Erlen, Karstlandschaft, Wald und am Bach Colga entlang. In der steilen Karstlandschaft brennt die Sonne erbarmungslos, daher empfehle ich, den Aufstieg im Sommer in den frühen Morgenstunden zu beginnen, oder einen etwas bedeckten Tag dafür zu wählen.

Abwechslungsreicher Aufstieg!

In diesem Abschnitt ist Handarbeit angesagt, doch als „schwer“ würde ich die Wanderung dennoch nicht bezeichnen. Wer sich Zeit lässt und nicht hetzt, wird sie mit mäßiger Kondition (aber keinem Handicap) bewältigen und genießen können. Herrlich ist die Strecke für fitte Hunde & Kinder – bitte beide ohne Jagdtrieb! In der „Bergerie de Colga“, einer sehr einfachen, offenen Hütte (unbewirtschaftet) auf 1.411 m. ü. M. kann man ausruhen und Wasser trinken, bevor ein letzter kraftaufwendiger Aufstieg über Geröll und Fels zu „Bocca â Stazzona“ genommen werden muss. Dieser Bergsattel liegt auf ca. 1.762 Metern und blickt auf den darunterliegenden Ninosee herunter, von dem den Wanderer nur ein kurzer Abstieg auf 1.743 Meter trennt. Die grandiose Aussicht über die saftig-grünen Grasmatten, die friedlich grasenden Pferde (ich hatte dort nie die halbverwilderten korsischen schwarzen Schweine gesehen), erinnert mich an Schottland oder Irland.

Herrlich so ein Picknick!

Jetzt heißt es einfach nur noch mit allen Sinnen genießen und entspannen. Am See angelangt sollten Sie keine Angst vor Pferden haben, denn durch die Wanderer verwöhnt, kommen sie gerne zum Betteln an die Picknickdecke. Vielleicht haben Sie Glück und erblicken auf der Wanderung den korsischen Feuersalamander, oder, wenn Sie den Kopf heben, einen der immer seltener werdenden Bartgeier (auch Lämmergeier genannt). Das Wahrzeichen der Korsen, der Widder oder Mufflon, ist leider durch uns Menschen vom Aussterben bedroht und ist kaum mehr zu sichten. Um auf dem Rückweg Neues zu erleben, oder aber um den Abstieg auf steilen Steinplatten zu umgehen, bietet sich der spannende Teilweg des GR 20 an, der den Wanderer bis zur Landstraße D84 leitet, die man in der Nähe des „Hôtel Castel de Vergio“ erreicht, wo übrigens auch Hunde gern gesehene Gäste sind. Eine leichte GR-20-Teilstrecke führt zur „Bocca â Reta“ und „Capu â u Tozzu“. Daran schließt sich für mich und meinen Hund eine Übernachtung im „Castel de Vergio“ an, von wo aus ich mich am nächsten Tag zu meinem Auto am Forsthaus bringen lasse (vorher abklären).

Sturmgepeitschte Kiefern zeugen von den schnell wechselnden Wettern in den Bergen. Wanderer müssen unbedingt die Naturgewalten Korsikas ernst nehmen
Sturmgepeitschte Kiefern zeugen von den schnell wechselnden Wettern in den Bergen. Wanderer müssen unbedingt die Naturgewalten Korsikas ernst nehmen.

Der Osten hat die Castagniccia und ihre Urwüchsigkeit

Wer mit einem Ausflug in den Osten der Insel liebäugelt, der wird mit Genusstouren der besonderen Art belohnt. Hier geht es durch urige Bergdörfer (im Winter kaum erreichbar), durch kulinarische Schlemmerlandschaften (nicht immer etwas für Vegetarier), Naturschutzgebiete mit Bartgeiern, Wildschweinen oder bloß nur wilden Schweinen, Ziegen, Hasen & Igeln, und natürlich vielen Wandermöglichkeiten, die in der Schwierigkeitsskala zwischen „Spaziergang“ und „Gipfelaufstieg“ liegen. Am schönsten ist es hier im goldenen Herbst, wenn die Kastanienbäume ihr rotgoldenes Kleid tragen. Leider bedarf es für diesen Ausflug ein eigenes Auto. Doch um die Umwelt zu schonen und die vielfältigen Entdeckungen, die hier allenthalben möglich sind, entspannt auszukosten, empfehle ich, sich in einem der vielen urigen Dörfer für ein paar Tage einzuquartieren und die Umgebung auch per pedes zu erkunden.

Typischer Kastanienwald auf Korsika.

Korsika hat eine Besonderheit, die jedoch nicht allen auffällt, spätestens aber hier im Osten nicht zu übersehen ist: Die Insel hat die dichtesten Kastanienwälder überhaupt. Die Korsen nennen ihre Kastanien „Brotbaum“ und das hat einen guten Grund, der in der Geschichte des Landes liegt. Was für das europäische Festland „Kornkammern“ sind, das heißt Landstriche, die extensive Korngewinnung betreiben und damit die Haupternährung der Menschen sicherten, ist für die Korsen ihre (Ess-)Kastanie in der Castagniccia. In der Zeit als die Insel italienisch, genauer: genuesisch, war, entschieden die Hauptverantwortlichen der bitteren Armut ihrer Anwohner sinnvoll entgegenzuwirken und verordneten den Bauern die Anpflanzung von nützlichen Bäumen, die die Existenz der Korsen sichern sollten. Das Festland steuerte zahlreiche Kastanien- und Olivenbäumen sowie Maulbeeren und Weinreben bei. Diese ausnahmsweise kluge politische Anweisung wurde 1584 gefällt und zwei Jahrhunderte später bestand die Landschaft der Castagniccia zu 70 % aus Esskastanien, die zu Kastanienmehl verarbeitet wurden. In dieser Zeit entwickelte sich diese Gegend zu der wohlhabendsten der Insel, die von sogenanntem Bauernadel geprägt war. Anders als der Norden und Westen Korsikas war hier das Land fruchtbar und die Ernten gut, so dass im 19. Jahrhundert die Castagniccia zur meistbesiedelten Region der Insel wurde.

Pittoreske Dörfer in traumhafter Landschaft.

Die schmucken kleinen Ortschaften und Dörfer mit ihren hübschen Barockkirchen und teilweise gut erhaltenen Hauptplätzen sprechen eine eindeutige Sprache. Heutzutage verirren sich jedoch (immer noch) recht wenige Touristen in diese Gegend, und das Landleben ist schon lange keine lukrative Option für die Korsen mehr. Das ist sicherlich mit ein Grund, weswegen sich hier das „korsische Lebensgefühl“ noch am unverfälschten entdecken lässt. Ein anderer mag darin liegen, dass diese dicht bewaldete Gegend mit ihren Hügel und Bergen und zahlreichen versteckten Dörfern guten Nährboden für ‚Banditen‘ bot, womit die fremdländische Obrigkeit jene korsischen Aufständischen bezeichnete, die für die Unabhängigkeit der Insel kämpften. Der Erfolgreichste auf diesem Gebiet war Pascale Paoli, der in der Castagniccia geboren wurde, und es geschafft hatte, Korsika von 1755 bis 1769 unabhängig zu machen. Er war es, der Korsika eine standeslose Verfassung gab, die zusammen mit der polnischen zu den ersten demokratischen Verfassungen der Welt gehörten. Sein Geburtshaus ist heute ein Museum und steht in dem hübschen Dorf Morosaglia.

Geschichtsträchtiges Gemäuer des wunderschön gelegenen St. Maria Konvent in Alesani
Geschichtsträchtiges Gemäuer des wunderschön gelegenen St. Maria Konvent in Alesani.

Auf historischen Spuren wandeln Sie, wenn Sie das ehemalige Franziskanerkloster in Valle-d’Alesani besuchen. 1736 wurde hier der deutsche Abenteurer und Freiherr Theodor von Neuhoff als erster und einziger König Korsikas gekrönt und regierte die Insel in dieser Funktion ganze acht Monate lang. Angesichts der vielen sehenswerten Ecken, sowohl fürs Wandern als auch für kulturhistorische Entdeckungen, fällt mir eine knappe Auswahl sehr schwer. Wer sich in dieser Region nur kurz aufhalten kann (und vielleicht nächstes Jahr längere Zeit hierfür einplant), der sollte folgende Orte nicht versäumen (aus dem Norden kommend):

Vescovato: Man sagt, dies ist ein echt korsisches Dorf und ein ehemaliger Bischofssitz mit der alten San Martino Kirche aus dem 16. Jh. La Porta: Sie ist die größte Ortschaft der Castagniccia und für viele die schönste, wovon auf jeden Fall der pittoreske Marktplatz mit der Frühbarocken Kirche St-Jean Baptiste zeugt.

Couvent d’Orezza (bei Piedicroce): Wichtiges ehemaliges Franziskanerkloster, wo die Freiheitskämpfer zur Genuesischen Zeit Zuflucht und Unterstützung fanden. Die erste korsische Verfassung wurde hier 1751 ratifiziert. Schon die Römer wussten das Wasser von Orezza, das aus einer Quelle sprudelt, zu schätzen, dass die Korsen als heilig bezeichneten. Das haben sie heutzutage laborgestützt schwarz auf weiß. Sie können das Heilwasser umsonst aus einem Brunnen vor dem Tor schöpfen.

• Campodonico: von hier aus geht ein wenig besuchter, romantisch-einsamer Weg auf den Gipfel Monte San Petrone. Einfach nur herausragend!

Alte Gemäuer zeugen von langer Geschichte.

Nichts für Vegetarier: der echte Korse isst Schwein!

Na, so ganz stimmt es nicht. Natürlich finden Vegetarier viele leckere Speisen, die auf tierische Produkte verzichten! Dazu gehören beispielsweise der Gâteau de chataîgne und die Polenta aus Kastanienmehl oder der Molkenkäse Brocciu sowie viele andere Ziegen- und Schafmilchspezialitäten. Nicht zu vergessen das korsische Kastanienbier Pietra und zahlreiche Qualitätsweine aus acht ausgewiesenen Appellationen Korsikas (Appellation d’Origine Contrôlée; kontrollierte Herkunftsbezeichnung), die meistens aus autochthonen Trauben (u. a. Vermentinu, Niellucciu, Grenache) gekeltert sind. Aber ich muss gestehen, Korsika ist ein Schlemmerparadies für Fleischliebhaber, allen voran (Wild-)Schweinefleisch-Liebhaber. Dabei handelt es sich vor allem um Wurstspezialitäten und spezielle Schinken, die häufig genug nach alten, familiären Rezepten hergestellt werden.

Das kastanien- und eichelnbasierte Futter führt zu dem typischen Geschmack des Fleisches. Zusätzliche Aromen kommen bei den Wurstwaren durch die Macchia-Kräuter aus der Umgebung, und das Räuchern über Kastanienfeuer gibt dem korsischen Schinken sein unverwechselbares Aroma. Zu Berühmtheit gelangten der Rollschinken Coppa, ein in Wein und Salz eingelegter Schweinerollnacken, sowie der Lonzu, der gerne zum Aperitif gereicht wird. Dabei handelt es sich um hauchdünn geschnittene, pfeffrige und geräucherte Schweinefilets.

Wer die schweinisch-korsischen Delikatessen (charcuterie Corse) vor Ort aus erster Hand probieren möchte, dem empfehle ich die Metzgerei von Dominique Poggi in Zévacu (Val di la Pila). Dominique gehört zu jenen, die mit seinen Tieren durch die Wälder zieht. Hoffentlich wird er diese Tradition an die nächste Generation weitergeben. Sehr bekannt ist hingegen die Location „U Stazzu“, die sich zur ersten Adresse in Ajaccio herausgemausert hat (Rue Bonaparte). Hier bietet Paul Marcaggi die insulären Spezialitäten zu gepfefferten Preisen – aber eben auch in guter Qualität und in einer urigen Umgebung. Es gibt da auch die überall stattfindenden „Bauernmärkte“… gute Adressen, um „irgendetwas“ für sich und die Daheimgebliebenen zu ergattern.


Um korsische Kultur auf eine kurzweilige Weise als Vorbereitung auf den Urlaub kennenzulernen, empfehle ich ganz und gar uneigennützig den schönen, ungeschminkten Film „Das Haus auf Korsika“ (2011) von Pierre Duculot, der darin ein anfänglich ungewolltes Zurück-zu-den-Wurzeln einer Frau erzählt. Lesenswert ist das Buch von Jenny Hoch „Gebrauchsanweisung für Korsika“, erschienen in jener Buchreihe, die von den langjährigen Erfahrungen und Liebe der jeweiligen Autoren zu dem beschriebenen Land lebt.

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