Nationalpark Dänemark – dahinter verbirgt sich kein einzelnes Gebiet, sondern gleich fünf sehr unterschiedliche Landschaften zwischen Nordsee, Ostsee und Seenplatte. Von wilden Dünen über sanfte Hügel bis zum Gezeitenwatt zeigt sich die Natur des Landes hier besonders vielfältig. Wer seinen Urlaub in einem Ferienhaus in Dänemark verbringt, hat oft nur eine kurze Fahrt bis zum nächsten Nationalpark vor der Tür.
Nationalpark Thy: Dünen und Stille an der Nordsee
Der Nationalpark Thy in Nordjütland wurde 2008 eingerichtet und war damit der erste Nationalpark Dänemarks. Auf rund 244 Quadratkilometern reihen sich zwischen Agger Tange und Hanstholm Wanderdünen, Heideflächen und lichte Kiefernwälder aneinander. Im Wildreservat Hanstholm leben Rothirsche und zahlreiche Brutvögel, mehr als 200 kleine Seen prägen das Binnenland. Die Küste eignet sich gut zum Wandern und Radfahren, in Klitmøller lockt zudem einer der bekanntesten Surfspots Nordeuropas. Wer in einem Ferienhaus an der Nordseeküste Jütlands wohnt, kann Tagesausflüge in den Park gut mit ruhigen Stränden abseits der Hauptorte verbinden.
Nationalpark Mols Bjerge: Überraschend hügelig
Im Süden der Halbinsel Djursland liegt der 180 Quadratkilometer große Nationalpark Mols Bjerge, seit 2009 geschützt. Die eiszeitlich geformte Hügellandschaft gehört zu den abwechslungsreichsten Gebieten Dänemarks, mit dem Agri Bavnehøj als höchster Erhebung. Markierte Rad- und Wanderwege führen durch Wald, Heide und vorbei an bronzezeitlichen Grabhügeln sowie der Ruine Kalø Slotsruin. An der Küste liegen kinderfreundliche Badestrände mit flachem Wasser. Von Aarhus aus ist der Park in etwa 30 Minuten erreichbar, was eine Kombination aus Stadtbummel und Naturtag erleichtert.
Nationalpark Wattenmeer: Gezeiten und UNESCO-Welterbe
Der Nationalpark Wattenmeer an der Südwestküste Jütlands ist mit weit über 1.400 Quadratkilometern der größte der fünf Parks und seit 2014 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Er erstreckt sich von der deutschen Grenze bis zur Landzunge Blåvands Huk und umfasst neben dem Watt auch die Inseln Rømø, Mandø und Fanø sowie die naturbelassene Halbinsel Skallingen. Zweimal täglich verändern Ebbe und Flut die Landschaft, das Wattenmeer ist ein bedeutender Rastplatz für Zugvögel und Lebensraum für Seehunde. Geführte Wattwanderungen im Wattenmeerzentrum bei Vester Vedsted machen dieses Naturschauspiel erlebbar. Ribe, die älteste Stadt Dänemarks, liegt direkt im Gebiet des Nationalparks.
Nationalpark Skjoldungernes Land: Wikingergeschichte auf Seeland
Rund um den Roskilde Fjord liegt der Nationalpark Skjoldungernes Land, 2015 als erster Nationalpark Seelands ausgewiesen. Die Landschaft aus Laubwäldern, Seen, Mooren und hügeligem Ackerland ist eng mit der dänischen Geschichte verbunden, worauf schon der Name mit Bezug zur sagenhaften Skjoldungen-Dynastie hinweist. Sehenswert sind das Wikingerschiffmuseum in Roskilde, das Schloss Ledreborg und der Freilichtpark Sagnlandet Lejre mit rekonstruierten Wikingerhäusern. Die vielfältige Vogelwelt am Fjord macht die Gegend zudem für Naturbeobachtungen interessant.
Nationalpark Kongernes Nordsjælland: Wälder und Schlösser bei Kopenhagen
Nördlich von Kopenhagen erstreckt sich mit Kongernes Nordsjælland der jüngste und zweitgrößte Nationalpark Dänemarks, eröffnet 2018 auf einer Fläche von 26.250 Hektar. Hier liegen eines der größten Waldgebiete Dänemarks bei Gribskov und der Esrum Sø, der zweitgrößte See des Landes. Der Park ist zugleich Heimat zweier UNESCO-Weltkulturerbestätten: Schloss Kronborg in Helsingør und die historische Parforce-Jagdlandschaft in Gribskov und Store Dyrehave. Die Nähe zu Kopenhagen macht den Park zu einem beliebten Ziel für einen naturnahen Tagesausflug mit anschließendem Städtebesuch.
Praktischer Tipp für die Reiseplanung
Welcher Nationalpark lohnt sich am meisten?
Da die fünf Nationalparks über das ganze Land verteilt liegen, lohnt sich die Wahl des Ferienhauses je nach gewünschtem Park. Ein bis zwei Tage pro Nationalpark reichen meist aus, um die wichtigsten Wege und Aussichtspunkte kennenzulernen.
- Für Küstenlandschaften: Nationalpark Thy
- Für Wanderungen: Nationalpark Mols Bjerge
- Für Vogelbeobachtung: Nationalpark Wattenmeer
- Für Kultur und Natur: Skjoldungernes Land
- Für Wälder und Ruhe: Kongernes Nordsjælland
Fazit
Nationalpark Dänemark bedeutet fünf ganz eigene Naturerlebnisse: wilde Dünen in Thy, Hügel bei Mols Bjerge, Gezeiten im Wattenmeer, Wikingergeschichte in Skjoldungernes Land und Wälder samt Schlössern in Kongernes Nordsjælland. Von einem Ferienhaus aus lässt sich jeder dieser Parks gut als Tagesausflug einplanen, ohne dass lange Anfahrtswege nötig sind. Lust auf Dänemark bekommen? Dann lies dir unbedingt auch noch unsere Insider-Tipps für deinen nächsten Dänemark Urlaub durch.
Dänemark hat fünf Nationalparks: Thy, Mols Bjerge, Wattenmeer, Skjoldungernes Land und Kongernes Nordsjælland. Sie wurden zwischen 2008 und 2018 eingerichtet und liegen in unterschiedlichen Regionen des Landes.
Der Nationalpark Wattenmeer an der Südwestküste Jütlands ist mit weit über 1.400 Quadratkilometern der größte. Er ist zugleich seit 2014 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes.
Der Nationalpark Mols Bjerge bietet mehrere flache, kinderfreundliche Badestrände sowie einfache Wander- und Radwege. Auch die Wattenmeerinseln Rømø und Fanø sind mit Kindern gut zu erkunden.
In allen fünf Nationalparks sind ausgewiesene Wander- und Radwege grundsätzlich auch mit Hund an der Leine begehbar. In empfindlichen Naturschutzzonen, etwa bei Brutgebieten im Wattenmeer, gelten zeitweise Einschränkungen, die vor Ort ausgeschildert sind.
Ein Ferienhaus in der jeweiligen Region eignet sich als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in den Nationalpark. Nach Wanderungen oder Radtouren bietet das Ferienhaus anschließend Ruhe und Rückzug, oft auch mit Garten oder Terrasse.