Richtig Urlaub machen an den schönsten Hundestränden der deutschen Nordsee

Mit dem eigenen Vierbeiner Urlaub machen – für viele Hundehalter ist das Wellness für Körper und Seele. Zurecht, denn der emotional enge Kontakt zu einem Tier wirkt sich bewiesenermaßen beruhigend auf uns Menschen aus. Die gemeinsam verbrachte Zeit ist „Quality Time“, Zeit , die uns erlaubt, mit allen Sinnen zu entspannen. Wochenlanger Urlaub ist optimal, doch man kann auch ein verlängertes Wochenende bestmöglich nutzen. Medizinische Studien haben gezeigt, dass die Nähe zum Hund den körpereigenen Stress reduziert und das Hormon Oxytocin ausschütten lässt, der salopp auch als das „Wohlfühl- und Bindungshormon“ bezeichnet wird.

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Die meisten Hunde lieben den Strand und das Wasser

Deutschland hat viele wundervolle Möglichkeiten, um zusammen mit dem Vierbeiner einen erholsamen Urlaub zu verbringen. Auf viele übt das Meer eine magische Anziehungskraft aus. Die beruhigend rauschende Brandung, das stetige Auf und Ab der Wellen, der klare Horizont, das erfrischende Himmelsblau und die tiefziehenden Wolken, das glitzernde Wassers – der Wind, der den ganzen Körper so richtig durchpustet… Klingt verlockend – ist es auch, für viele Menschen. Wie sieht es aber aus mit den vierbeinigen Begleitern?

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Der Strand – für jeden Hund das Richtige?

Jein. Tatsächlich sollte ein verantwortungsvoller Hundehalter einiges mitbeachten, wenn er oder sie sich für den gemeinsamen Strandurlaub entscheidet. Ein langer Spaziergang mit Spieleinlagen am Strand wird sicherlich keinem Hund missfallen, doch ein richtiger Strandurlaub mit täglichem Sonnenbaden kann einen Vierbeiner schon mal überfordern. Da sind zunächst die schwierigen Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Hitze und Wind. Wer mit dem eigenen Liebling einen ganzen Sommertag am Strand verbringen möchte muss für ausreichenden Sonnenschutz, beispielsweise durch gute Sonnenschirme und frisches Wasser in ausreichenden Mengen sorgen.

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Auch für den Hund ist Sonnenschutz unerlässlich

Hunde können nur minimal Schwitzen. Die Regulierung der Körpertemperatur durch das Schwitzen geschieht vor allem über ihre Nase, Schleimhäute (Wasseraufnahme notwendig) und Pfotenballen –, daher ist die Gefahr des Überhitzens in permanenter Sonne sehr schnell gegeben. Auch der Wind trägt zu Austrocknung und gegebenenfalls zu Überhitzung des Hundekörpers bei. Darüber hinaus weht er ständig feine Sandkörner in die Hundeaugen, was zu schmerzhaften Entzündungen führen kann. Möpse und verwandte Rassen mit ihren bekannten Atmungsproblemen können nicht so effizient hecheln und durch Nasen atmen, bodennahe Hunderassen hingegen bekommen mehr Sand ab als die Großen, beiden ist ein ganzer Strandtag möglicherweise dann doch zu viel. Strandaufenthalte und lange Spaziergänge sollten dementsprechend „hundetypisch“ angepasst werden. Eine gute vorbeugende Maßnahme, um Augenentzündungen zu vermeiden, ist die schnelle Augenpflege nach einem Strandspaziergang. Dazu reicht schon eine vorsichtige Augenspülung mit lauwarmen, sauberen Wasser aus.

Ein Urlaub mit Familie und Hund? Ab an die Nordsee!

Beim Wattwandern, aber auch bei langen Strandspaziergängen im Sommer, bietet ein leichtes T-Shirt einen sehr guten doppelten Schutz vor Hitze und Sonne. Das ist vor allem dann eine gute Wahl, wenn Ihr Hund einer kurzhaarigen, feinhaarigen oder unterfelllosen Rasse angehört. Das Hundeshirt liegt idealerweise locker an und muss regelmäßig befeuchtet (bspw. Meerwasser) werden, so dass sich eine kühlende Schicht auf dem Hundekörper bildet. In diesem Zusammenhang steht auch der Hunde-Sonnenbrand, der sich noch nicht bei allen Hundehaltern herumgesprochen hat. Betroffen sind insbesondere die hellhäutigen Nasen, die Schnauze und je nach Rasse die Ohren. Hunde mit kurzen oder mit wenig Fell (und heller Haut) exponieren zusätzlich auch ihren Rücken und beim Liegen ihren Bauch. Daher bitte zur Hochsaison am Strand auch den Hund an entsprechenden Stellen mit einer hundeverträglichen Sonnencreme bzw. Sunblocker eincremen. Gute Hundestrände bieten ihren Besuchern auch eine Süßwasserdusche oder einen Wasserschlauch an. Das leuchtet bei einem „verschlammten“ Hund, der ins Auto muss, unmittelbar ein, doch auch ohne Dreck braucht der Hund nach einem Salzwasserbad eine Süßwasserdusche.

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Die Nordseeküste ist perfekt für lange Spaziergänge mit Hund

Zum Schluss möchte ich noch auf einen wichtigen Punkt hinweisen, der für Sie wahrscheinlich überflüssig, weil selbstverständlich ist. Doch leider weiß ich aus Erfahrung, dass manchmal eine Erinnerung nottut. Bedenken Sie bitte, dass nicht alle Hunde das Wasser lieben – und nicht alle Hunde können gut gegen Wellen ankommen. Sie geraten in Todesangst, strampeln um ihr Leben, bekommen Salzwasser in Augen und Ohren und wollen auf keinen Fall ins Wasser geworfen werden! Einige nach Wasser verrückte Individuen hingegen können sich selbst sehr wohl überschätzen, nach einem weit ausgeworfenen Spielzeug auch sehr weit hinausschwimmen und möglicherweise dabei in Lebensgefahr geraten, wenn die Wellen zu groß sind, die Brandung stark, die Strömung einsetzt und der Weg zurück zu lang wird. Denken Sie daher immer für Ihren Hund mit.

Nicht jeder Hund mag das Bad im Meer

Eine andere Gefahr an der deutschen Nordsee droht gleichermaßen Mensch und Hund. Die Rede ist von der vermeintlich ‚plötzlich‘ einsetzenden Flut. Die Gezeiten an der Nordsee können sehr extrem ausfallen und den Urlauber, der damit nicht vertraut ist, böse überraschen. Beachten Sie unbedingt die an den Stränden oder an Touristeninfopoints ausgegebenen aktuellen Gezeitentermine (auch in Regionalzeitungen). Beim Wattwandern ist es herrlich, immer weiter „bis zum Horizont“ hinauszugehen, doch der Rückweg im Schlamm ist beschwerlicher als der Hinweg – und das Wasser ist im Zweifelsfall immer schneller als Sie…

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Applaus für das Pilotprojekt in Sankt Peter-Ording

Vielleicht mögen Sie St. Peter-Ording auch so gerne wie ich, denn für mich – die ich Sylt liebe – ist St. Peter-Ording sozusagen die Sylter Variante der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Aber ich gebe unumwunden zu, dass ich St. Peter-Ording mit seinen Stelzenhäusern und den herrlich breiten und pittoresk sandverwehten Stränden nur außerhalb der Saison genieße. St. Peter-Ording liegt im „UNESCO Nationalpark Wattenmeer“, wo empfindliche Fauna und Flora der Flut- und Ebbegebiete unter teilweise strengem Schutz steht.

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Die Pfahlbauten von Sankt Peter-Ording prägen das Strandbild

Häufig ist der Schutz nur dann besonders streng, wenn es um Hunde geht. Deswegen, aber auch wegen der vielen Menschen, die die Strände mit und ohne Kinder bevölkern – und nicht jeder ist ein Hundeliebhaber –, muss der Hund an die Leine und das auch in den Dünen (wo Sie aber auch nicht hindürfen), auf den Deichen und im sogenannten Vorland. Das hört sich nun für einige Hundehalter nicht gerade urlaubswürdig an. Andererseits ist das Flanieren mit angeleinten Hund am Hauptstrand von St. Peter-Ording grundsätzlich erlaubt, nur da, wo sich Strandkorbmieter beschweren könnten, ist das Mitbringen von Hunden nicht gestattet. Auch der Deich darf begangen werden, was leider in Deutschland keine sozusagen hündische Selbstverständlichkeit ist. Doch die Gemeindeväter und -mütter haben in St. Peter-Ording eine gute Initiative entsprechend den natürlichen Bedürfnissen der Tiere umgesetzt und 2016 ein Pilotprojekt eingerichtet: einen Hundestrand ohne Leinenpflicht! Super, zudem auch noch nah an der Stadt. Hier darf der vierbeinige Freund richtig Hund sein, vor- und zurücklaufen, nach dem Frisbee schnappen, ausgiebig schnuppern und noch vieles mehr. Zurzeit sind zwei Hundeauslaufgebiete ohne Leinenpflicht in Benutzung. Sie befinden sich in Ording-Nord (Bereich Hungerhamm, ca. 16 Hektar) und in St. Peter-Bad südlich der Seebrücke (ca. 23 Hektar). Keine Zäune, keine Einschränkung – nur markierte Pfähle und Beschilderung und das ohne zusätzliche Gebühr. Bravo St. Peter-Ording! Weitere Hundestrände – auch mit Korbvermietung – gibt es darüber hinaus in den Ortsteilen Böhl, Dorf und innerhalb des FKK-Strandes. Zur Information gibt die Gemeinde St. Peter-Ording folgenden Hunde-Flyer aus.

Verpassen Sie auf keinen Fall den Sonnenuntergang am Strand

Hundestrand Sahlenburg/Cuxhaven – Im Revier der Segler

Sahlenburg ist ein Stadtteil der niedersächsischen Seestadt Cuxhaven. Cuxhaven verfügt über einige schöne Strandabschnitte mit weißem Sand, aber auch Küstenteile, die vom Deich, Wiesen und, wie sollte es anders sein, vom Watt dominiert sind. Hier ist das Reich der Segler, denn Cuxhaven hat einen berühmten Jachthafen, in dem Weltumsegler traditionell ihre „Grand Tour“ um die Welt beginnen beziehungsweise beenden. In der Saison sind (fast) alle Deiche und Strände für die Vierbeiner tabu. Außerhalb der Saison hingegen, im Frühjahr oder Herbst, entspannt sich die Situation und die meisten Strände sowie Deichabschnitte sind wieder für Hunde zugänglich. Leinenzwang besteht aber auch dann.

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Der grüne Strand von Cuxhaven

Cuxhaven hat mit Sahlenburg einen Hundestrand, der für einige Hundehalter zu den schönsten Hundestränden Deutschlands zählt. Cuxhaven verfügt insgesamt über drei Hundestrände (an der Kugelbake und an der Alten Liebe), doch Sahlenburg hat mit Abstand den schönsten auch wenn nur circa 500 Meter langen Hundestrand. Tatsächlich ist jener Abschnitt, der von der Wernerwaldstraße aus zugänglich ist, genauso schön wie der feinsandige Sandstrand, der den Menschen vorbehalten ist. Hier haben Hunde und ihre Halter uneingeschränkt Zugang zum Wattenmeer. Allerdings sind dieser hübsche Hundestrand und seit 2016 auch das Wattlaufen nicht besonders hundegerecht, denn auch hier herrscht Leinenpflicht. Dafür punktet er mit Hundeduschen und einer „Hundebar“, spricht einer Trinkwasserstation. Zweibeiner haben hier nicht nur den feinen Sand, sondern auch Strandkörbe, sanitäre Anlagen und Außenduschen. Ein weiterer Pluspunkt von Sahlenburg ist, dass der Hundesandstrand gepflegt und sauber gehalten wird. Wer an den Strandaufenthalt noch einen Spaziergang anschließen möchte, der kann mit dem angeleinten Hund auf den Deich bis zu Alten Liebe beziehungsweise bis nach Duhnen (bis zur Kurverwaltung) weitergehen. Auch die Ortsteile Altenbruch, Döse und Grimmershörn bieten Hundefreunden sogenannte Grünstrände mit Hundeabschnitten an.

Auch feinsandigen Strand gibt es in Cuxhaven

Hundestrand Dorum Neufeld – Alte Kutter und Krabbenbrötchen

Mein persönlicher Favorit ist der Hundestrand von Dorum Neufeld, der zwischen Bremerhaven (ca. 28 km) und Cuxhaven (ca. 20 km) entfernt liegt. Zugegeben, er ist ‚nur‘ ein sogenannter „grüner Strand“, was an der Nordseeküste so viel heißt wie eine grüne Salzwiese am Wattenmeer. Hier ist alles – erst recht außerhalb der Hochsaison – unaufgeregt schnodderig norddeutsch, und häufig sind die Einheimischen oder Bremerhavener unter sich. Und genau das liebe ich an diesem Fleckchen Nordseeküste – und mein Hund offenbar auch. Hier können wir in einem gemieteten Strandkorb sitzen, vor uns eine Picknick- oder eher Hundedecke ausgebreitet, und beobachten je nach Wasserstand das trockene(re) Watt oder das platschende Wasser. Träumerisch folgt der Blick den vorbeifahrenden Containerschiffen und Segelbooten, die nach Bremerhaven ein- oder auslaufen.

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Leuchtturm Obereversand in Dorum-Neufeld

Ein paar Meter von diesem zweigeteilten grünen Hundestrand (mit abgesperrten Freilauf) gibt es einen Priel oder genauer eine Balje, das heißt einen Wasserarm, der tief genug ist, so dass klassische Fischer- und Krabbenkutter in den kleinen Hafen am Ende des Wassergrabens hineinfahren können. Ihn umgeben ein paar der typischen Buden, wo Sie sich mit den schönsten Krabbenbrötchen, selbstgemachten sauren Gurken, Pommes, Kartoffelsalat oder den drei kleinen Bratwürstchen, die hier „Bremerhavener Würstchen“ heißen, versorgen können. Die benachbarte Strandhalle ist kein architektonisches Glanzstück, doch hier sind Sie mit Hund willkommen. Das Restaurant, das natürlich auf Fisch spezialisiert ist, genießt einen sehr guten Ruf. Und last but not least gibt es am Hafen ein verglastes Häuschen, das so bodenständig ist wie das Land und die Leute hier. In dieser schlichten „Grillbude“, so ihr Name, können Sie im Freien, oder bei schlechtem Wetter innen hinter der schützenden Glasscheibe sitzen und einen norddeutschen Sonnenuntergang bei Bier, Wein oder Heißgetränk mit Blick auf die Schiffe genießen. Selbstverständlich sind auch hier Hunde herzlich willkommen und bekommen nicht nur einen Napf mit Wasser.

Hundestrand Schillig am „Kap der Erholung“

In Friesland geht es gemütlich zu

Eigentlich müsste meiner Meinung nach der Hundestrand Schilling, ein Stadtteil von Wangerland am sogenannten „Kap der Erholung“ (ca. 20 km von Wilhelmshaven entfernt), die Nummer eins unter den Hundestränden der deutschen Festlandküste sein. Weit ist er, naturbelassen ist er, weißen feinen Sand hat er, und umgeben von pittoresken Dünen ist er auch noch! Weide- beziehungsweise Salzwiesen umgeben den Küstenabschnitt. Aber, am Hundestrand Schillig herrscht Leinenpflicht und das ist leider ein großer Wermutstropfen, über den sich viele Hundehalter beschweren. Hier können die vielen Urlauber mit Hund – denn die Wangerländer sind an sich hundefreundlich, insbesondere die Gastronomen – nur an die Stadtverwaltung appellieren, denn ein Hundestrand mit Leinenpflicht ist tatsächlich nicht besonders tiergerecht.

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Zwischenzeitlich können Sie aber so schöne Aktivitäten miteinander unternehmen wie die Wattwanderung zum Minsener Oog, das eine 4,5 Kilometer lange, teilweise künstlich entstandene (Vogelbrut-)Sandinsel ist. Bis zu seinem plötzlichen Tod Ende des Jahres 2019 bot der fast schon legendäre Wolfgang Gedat spezielle Hunde-Wattwanderungen an und ich hoffe sehr, dass diese „Institution“ von der offiziellen Seite aufgegriffen und weitergeführt wird. In der Saison (Stand 2019) muss der Hundehalter für seinen Hund eine Strandabgabe leisten, was aber außerhalb der Saison unterschiedlich gehandhabt wird. Für Interessierte gibt es auch einen Informationsflyer zum Herunterladen. Bitte informieren Sie sich über etwaige Änderungen auf den entsprechenden Gemeinde- oder Touristenseiten online, denn gerade die Bestimmung über Hundestrände und Leinenpflicht kann sich von Jahr zu Jahr oder von Saison zu Saison ändern.

Zeit für eine Wattwanderung sollte man einplanen

Mein Tipp: Von Sahlenburg zu der Insel Neuwerk per pedes eine, am besten geführte Wattwanderung von circa 3 Stunden (10 km) unternehmen. Zum Ausgangspunkt geht es dann mit dem Pferdewagen, oder mit dem regulär kursierenden Schiff nach Cuxhaven zurück. Ihren vierbeinigen Begleiter können Sie natürlich auf die Wattwanderung mitnehmen. Normalerweise können Sie mit ihm auf dem Pferdewagen oder per Schiff (Hund ca. 6,- Euro) zurückfahren. Erfragen Sie bitte die Pferdewagen-Variante im Voraus beim Anbieter, denn die Regelungen können sich auch hier ändern. Übrigens, auf Neuwerk können Sie übernachten – natürlich auch mit Hund.

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Kommentare

  1. AvatarChristopher Seidel

    Super geschriebener und informativer Artikel :-). Eine sehr gute Aufstellung. In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen 🙂

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