10 gute Gründe, in die Niederlande zu fahren

Fährt man in die Niederlande, weil die Menschen dort so warmherzig und freundlich sind, die Landschaft so einladend oder die Städte so interessant und vielschichtig? Die Gründe mögen für jeden unterschiedlich sein, aber eines ist sicher: Es gibt etliche Verlockungen! Und zwar zu jeder Jahreszeit.

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1. Menschen

Die Niederländer gelten als warmherzig, fröhlich und unkompliziert. Der nette Umgang miteinander zeigt sich insbesondere auch gegenüber Kindern, was eine Reise als Familie sehr angenehm macht. Einer Umfrage von Zoover zufolge halten die Deutschen die Niederlande für das gastfreundlichste Land in ganz Europa – noch vor der Türkei, Spanien und Italien. Auch im World Happiness Report, der die Zufriedenheit in den einzelnen Ländern untersucht, belegen die Niederlande regelmäßig einen der vorderen Plätze. So viel Glück steckt an und macht gute Laune, die wir besonders im Urlaub gut gebrauchen können.

Beim traditionellen Käserollen in Alkmaar ist jeder herzlich willkommen

2. (Kultur-)Landschaft

Die beiden Klischees Tulpen und Windmühlen sind nicht umsonst weltweit bekannt. Für Liebhaber quietschbunter botanischer Farbenmeere empfiehlt sich die Reisezeit zwischen Mitte April und Anfang Mai. Dann stehen die riesigen Tulpenfelder in voller Blüte und ringen selbst den größten Blumenverachtern noch ehrfürchtiges Staunen ab. Die meisten Tulpenfelder befinden sich im Bollenstreek zwischen Noordwijk, Leiden und Haarlem und im Noordoostpolder rund um Emmeloord. Wer nicht aufs Geld schauen muss, gönnt sich einen Helikopterflug über die Felder, der die herrlichen Farbkompositionen von oben noch einmal eindrücklich zur Schau stellt. Krokusse, Narzissen und Hyazinthen sind schon ab Ende März zu bewundern.

Die Windmühlen hingegen lassen sich das ganze Jahr über besichtigen. Die bekanntesten unter ihnen stehen am Kinderdijk, rund 15 Kilometer südlich von Rotterdam. Die 19 noch gut erhaltenen Mühlen stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Einst für die Errichtung des weltweit ersten Industriegebiets verantwortlich, wecken die Mühlen heute nostalgischen Flair. Am nationalen Mühlentag, immer am zweiten Samstag im Mai, stehen alle 950 Wind- und Wassermühlen den Besuchern offen.

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Windmühlen und ein buntes Tulpenmeer – das assoziieren die meisten Menschen mit der holländischen Landschaft

3. Kunst

Aus den Niederlanden ist schon so mancher großer Meister hervorgegangen. Selbst Kunstbanausen kennen Namen wie Hieronymus Bosch, Rembrandt, Vermeer und Van Gogh. Und auch M. C. Escher, der Grafiker mit den perspektivisch unmöglichen Figuren, war ein Kind des Landes.

Das Rijksmuseum Amsterdam ist einen Besuch wert

Wer den großen Künstlern auf die Schliche kommen will: Neben dem Van Gogh Museum in Amsterdam ist das Kröller-Müller-Museum samt beeindruckendem Skulpturengarten eine Besichtigung wert. Es beherbergt nicht nur die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung, sondern auch Gemälde von Picasso, Renoir und Manet.

Besonders beliebt ist das Rijksmuseum Amsterdam, das neben hochwertigen Sammlungen zur Malerei und Kunst auch zahlreiche Exponate zur niederländischen Geschichte ausstellt. Eine kostenlose App mit kurzen Erklärungen weckt auch bei Kindern großes Interesse.

4. Golfen

Natürlich sind die Niederlande auch eine begeisterte Fußball-Nation. Doch etliche Sport-Touristen kommen hierher zum Golfen. Bereits im 13. Jahrhundert fand in den Niederlanden das erste schriftlich dokumentierte Golfturnier statt – erst später importierten die Schotten es in ihr Land. Heute locken malerisch angelegte Plätze Spieler aus der ganzen Welt an. 65 Golfplätze stehen auch Touristen offen, mit einer Greenfee-Gebühr zwischen 25 und 75 Euro.

In Holland sind Touristen auf 65 Golfplätzen willkommen

5. Wintersport

Die flachen Niederlande als Wintersport-Land? Nun, bei einer Sache spielen sie ganz vorne mit: beim Eislaufen. Wenn nämlich die Grachten zufrieren, ergibt sich ein ganz hervorragendes Netz für Schlittschuhläufer. An einigen Orten besteht sogar Fahrverbot für Boote, damit die Kanäle ausreichend Eis bilden können, wie z.B. in Amsterdam. Dort kann man das Sightseeing dann mit Schlittschuhlaufen verbinden. Das bekannteste Wintersportevent der eisbegeisterten Nation ist die Elf-Städte-Tour durch Friesland, ein 200 km langer Eisschnelllaufmarathon auf Natureis.

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Eisige Temperaturen verwandeln Grachten in Schlittschuhbahnen

6. Radfahren

Radfahren ist in den Niederlanden weniger Sport als vielmehr Fortbewegungsmittel Nummer eins. Und damit auch ein Lebensgefühl. 25 Prozent aller Fahrten werden auf dem Drahtesel zurückgelegt, von dem jeder Niederländer mindestens zwei besitzt. Über 32.000 Kilometer ausgebaute Radwege sorgen für Sicherheit und Spaß an der Sache. An jedem Bahnhof lässt sich ein „fiet“ ausleihen und damit die Landschaft sowie die Städte per Velo erradeln.

Aktiver Urlaub in der Natur

Dass das Radfahren den Niederländern geradezu heilig ist, beweisen zahlreichen Innovationen: An kritischen Stellen gibt es im Winter beheizte Radwege, in Utrecht wurde eine grüne Welle für Radfahrer erprobt – wer der Geschwindigkeit der seitlichen LED-Lämpchen folgt, muss an keiner roten Ampel mehr absteigen. Und dann gibt es noch Solar-Radwege, die Strom erzeugen. Und in der Nacht gleichzeitig für Beleuchtung und Stimmung sorgen, wenn man über die glitzernde Oberfläche saust.

7. Gaumenfreuden

17 Kilogramm Käse verspeist ein durchschnittlicher Niederländer jährlich, fast zwei Drittel davon sind Gouda. Das sagt schon viel über die hervorragende Qualität des holländischen Käses aus. Einer der besten: Oud Amsterdammer, ein dunkel gereifter alter Gouda, würzig und kräftig.

In den Niederlanden kann man an jeder Ecke Käse verköstigen

Dazu passt ein Glas Wein – oder eines der berühmten Biere, die in alle Welt exportiert werden. Neben dem allseits bekannten Heineken gibt es noch zahlreiche kleinere Brauereien, die eine Verkostung wert sind, darunter Gulpen, Haarlem’s Jopen, Bavaria, Drie Ringen, Leeuw und Utrecht.
Zwischendurch kann man Fritten in allen Variationen probieren. Besonders beliebt sind die „Friet speciaal“: Pommes mit Mayo, Curry-Ketchup und rohen Zwiebeln.

8. Amsterdam und die Randstad

Unbestrittener Touristen-Magnet Nummer eins ist Amsterdam. Das liegt nicht nur am Rotlichtviertel und den Coffee Shops, sondern auch an der malerischen Altstadt mit seinen Grachten und der größten historischen Innenstadt Europas. Ein lebendiges Nachtleben sorgt dafür, dass die Hauptstadt (Den Haag ist nur Regierungssitz) nicht zum Freiluft-Museum verstaubt. Experimentierfreude zeigt sich auch in vielen innovativen Architektur-Projekten.

Blaue Stunde in Amsterdam

Leider leidet Amsterdam am „Overtourism“: In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Touristen fast verdoppelt. Wer also sich selbst, seinem Geldbeutel und den Einheimischen einen Gefallen tun möchte, nächtigt etwas außerhalb in einer Pension oder Ferienwohnung – und kann dann entspannt mit gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsmitteln die Stadt erreichen. Heißer Tipp: Haarlem, nur 15 Zugminuten westlich von Amsterdam.

Zur „Randstad“ gehören neben Haarlem noch weitere Städte und urbane Gebiete, die einen tollen Einblick in die Vielfalt der Niederlande gewähren: unter anderen das quirlige Leiden (Rembrandts Geburtsort), das weltläufige Den Haag (als Regierungssitz), das charmante Delft (bekannt aus dem Film „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“) und das energetische Rotterdam (mit spannender Architektur).

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9. Kultur und grünes Gewissen: Leeuwarden und Nimwegen

Unter den übrigen, nicht minder spannenden Städten, gibt es im Jahr 2018 gleich zwei Highlights: Leeuwarden ist eine der beiden Kulturhauptstädte Europas und Nimwegen die Umwelthauptstadt Europas 2018.

Jakobinerkirche in Leeuwarden

Leeuwarden rühmt sich damit, anders zu sein. Das liegt nicht nur an dem schiefen Turm, der dem von Pisa schon fast Konkurrenz macht, sondern auch an der Zweisprachigkeit, die einem allerorten begegnet. In Friesland wird nämlich auch Friesisch gesprochen, das dem Englischen näher kommt als dem Niederländischen. „Anders“ war auch ein Sohn der Stadt: M. C. Escher zeichnete mathematisch unmögliche Figuren und konnte als Künstler keiner Strömung zugeordnet werden. Nur mit seinen Grachten erinnert die Stadt an Amsterdam – und an die Möglichkeit, ein gemütliches Bier am Wasser zu trinken.

Der „Grote Markt“ von Nimwegen

Den Titel „Umwelthauptstadt“ oder „Grüne Hauptstadt“ bekam Nimwegen verliehen, weil es der ältesten Stadt der Niederlande gelungen ist, Umweltschutz und wirtschaftliches Wachstum zu einer vorbildlichen Lebensqualität zu verbinden. Die Hansestadt organisierte u.a. einen EU-weiten Kongress zur sinnvollen Verwertung von Abfallprodukten. Bei lokalen Veranstaltungen wird sogar der Urin der Teilnehmer wiederverwertet – als Dünger für Gerste. Aus der dann wieder Bier gebraut werden kann. Schöner Kreislauf.

10. Westfriesische Inseln

Last but not least: Die Westfriesischen Inseln gehören zwar nicht mehr zum Festland, aber dafür zum sonnigsten Fleckchen der Niederlande. Zum Teil autofrei, lassen sie sich hervorragend mit dem (Leih-)Rad erkunden. Seit Juni 2009 trägt das Wattenmeer übrigens den Titel „UNESCO Weltnaturerbe“ und vermittelt nicht nur entspanntes Inselfeeling, sondern auch einen deutlichen Kontrast zum dicht bevölkerten restlichen Land. Besonders beliebt ist das „Inselhopping“ zwischen den recht unterschiedlichen Wattinseln Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog.

Weg zum Strand auf der Insel Vlieland


Bevorzugen Sie Städtetrips oder verbringen Sie Ihren Urlaub lieber aktiv in der Natur?

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Kommentare

  1. Margret

    Die Niederländer sind so unkompliziert und herzliche Menschen. Die Landschaft ist wunderschön, alles ist entspannend, sogar der Straßenverkehr. Ich mag alles an NL und fahre immer wieder gern und regelmäßig hin. Gern würde ich mal einen längeren Zeitraum dort wohnen.

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