Die 10 besten Tipps, um gesund durch den Urlaub zu kommen

Haben Sie vor der Abreise einen Blick in Ihren Impfpass geworfen? Ihre Reiseapotheke überprüft? Am Urlaubsort im Ausland ist es manchmal recht schwierig, an die richtigen Medikamente zu kommen. Ganz besonders dann, wenn Sie in einem abgelegenen Gebiet unterwegs sind, die nächste Apotheke weit entfernt liegt oder wenn Sie die Landessprache nicht beherrschen und das Personal kein oder kaum Englisch versteht. Wir haben die besten Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie gesund durch den Urlaub kommen und verraten Ihnen was unbedingt in die Reiseapotheke gehört!

Wer den Urlaub unbeschwert genießen will, sollte an die richtige Reiseapotheke denken

1. Impfpass prüfen

Wie lange liegt Ihre letzte Tetanus-, Diphtherie-und Polio-Impfung zurück? Mehr als 10 Jahre? Dieser Basisimpfschutz sollte für einen Urlaub in Europa unbedingt vorhanden sein. Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Infizieren können Sie sich schon durch kleinste Verletzungen, wenn zum Beispiel Holzsplitter, Nägel oder Dornen in die Haut eindringen, an denen die von den Bakterien gebildeten Sporen haften. Die Ansteckung bei Diphterie erfolgt dagegen über Tröpfcheninfektion, ebenso wie Polio. Tetanus-, Diphtherie- und Polio wird als einmalige Kombiimpfung verabreicht.

Ist Ihr Impfschutz vollständig?

Wenn Sie nach Asien oder Afrika reisen, informieren Sie sich bitte mindestens sechs Wochen vor Reisebeginn bei Ihrem Hausarzt, welche Impfungen notwendig sind. So bleibt genügend Zeit, sich gegebenenfalls gegen Gelbfieber und Hepatitis A impfen zu lassen bzw. rechtzeitig gegen Malaria und Typhus vorzusorgen.

Denken Sie daran: Ob Europa- oder Fernreise, gut geimpft ist gut geschützt!

2. Rezeptfrei oder verschreibungspflichtig? Im Ausland ist vieles anders!

Nicht immer sind die Tabletten, Salben und Tropfen, die es in Deutschland rezeptfrei gibt, in dem Land, in dem Sie urlauben, das ebenso. So bekommen Sie beispielsweise das Schmerzgel Voltaren oder Ibuprofen 400 in den USA ausschließlich gegen Rezept. Frei erhältlich ist Ibuprofen nur in der 200 mg Dosierung – das gilt auch für viele asiatische Länder.

Natürlich gibt es auch am Urlaubsort Apotheken – vermutlich aber mit anderen Bestimmungen

Tipp: Erkundigen Sie sich vorab im Internet, welche der gebräuchlichen Medikamente im jeweiligen Reiseland rezeptfrei sind.

3. Medikamente gegen Erkältung einpacken!

In heißen Ländern, in denen Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, trocknet die Raumluft aus, was die Schleimhäute reizt und sie empfindlicher gegen Krankheitserreger macht. Schnell kann es da zu Halskrazten, Schluckbeschwerden, Husten und Kopfschmerzen kommen.

Schon die Klimaanlage im Flugzeug birgt die erste Gefahr und eine Erkältung bahnt sich an

Deshalb gehören Nasenspray, Hustensaft und ein Schmerzmittel, das auch bei Erkältung und Fieber wirkt, unbedingt in die Reiseapotheke – neben den Medikamenten, die Sie aufgrund einer Erkrankung sowieso regelmäßig einnehmen müssen. Wenn Sie mit Kindern reisen, denken Sie daran, für die Kleinen eine separate Reiseapotheke zusammenzustellen.

Tipp: Trinken Sie im Urlaub viel, denn das hält die Schleimhäute feucht!

4. Was tun bei Magenbeschwerden?

Reisen in südliche Länder und tropische Gefilde in Kombination mit fremder Kost machen dem Körper in den ersten Tagen einer Reise oft zu schaffen. Die einen reagieren mit Durchfall, die anderen mit Verstopfung. Packen Sie deshalb ein Mittel gegen Durchfall (z.B. Elektrolytpulver) ein. Haben Sie keines dabei, helfen Schonkost wie zerdrückte Bananen, Zwieback und Tee – diese Produkte erhalten Sie in fast jedem Land im Supermarkt.

Neue Essgewohnheiten machen dem Magen oft schwer zu schaffen

Trinken Sie viel, damit Ihr Körper nicht dehydriert. Bei Verstopfung essen Sie viel ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst und vergessen Sie dabei das Trinken nicht, vorzugsweise Wasser.

Tipp: Bei Verstopfung hilft ein altes Hausmittel: trinken Sie morgens direkt nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen ein großes Glas warmes Wasser, in das Sie etwas Salz rühren. Es schmeckt nicht, aber es hilft!

5. Blasenpflaster nicht vergessen!

Vor allem dann, wenn Sie neue Schuhe im Gepäck haben, die noch nicht eingelaufen sind. Das gilt nicht nur für festes Schuhwerk, in das Sie für Wanderungen in freier Natur schlüpfen, sondern auch für den Stadtspaziergang in neuen Ballerinas oder Sneakers. Nichts ist ärgerlicher als eine schmerzende Blase, die Ihnen die schöne Landschaft oder das Sightseeing vergällt. Das Blasenpflaster hat einen polsternden Effekt, wirkt wie ein Airbag und nimmt den Schmerz.

Wer im Urlaub neues Schuhwerk mitnimmt, sollte auch an Pflaster denken

Tipp: Im Drogeriemarkt finden Sie Blasenpflaster für die Ferse und die Zehen. Kaufen Sie eine Kombipackung.

6. Packen Sie Pflaster, Verbandsmaterial und diverse Salben ein!

Oft passiert es, dass Sie sich auf Reisen an Fingern und Füßen kleine Verletzungen zuziehen. So treten Sie zum Beispiel am Strand barfuß auf scharfe Muschelschalen, im Wasser auf eine Koralle, oder schneiden sich beim Zubereiten von Mahlzeiten im Ferienhaus in den Finger. Damit sich die Wunde nicht entzündet, sollten Sie Desinfektionsspray und Wundsalbe unbedingt in Ihre Reiseapotheke packen.

Gerade im Aktivurlaub kommt es schnell zu kleinen Verletzungen

Pflaster und Mullbinden dürfen zum anschließenden Verband natürlich nicht fehlen. Greifen Sie zu wasserfestem Pflaster, damit Sie oder Ihre Kinder den Badespaß trotz der Verletzung genießen können. Denken Sie auch an Insektenspray und eine Salbe für Insektenstiche. Wenn Sie während des Urlaubs viel Sport treiben, ist es sinnvoll,  eine Salbe gegen Verstauchungen und Zerrungen in die Reiseapotheke zu packen.

Tipp: Vor Muskelkater schützt Magnesium. Nehmen Sie am Vorabend einer Wanderung oder einer anderen sportlichen Aktivität eine Brausetablette Magnesium 400 zu sich. Besorgen Sie sich vor der Abreise ein Röhrchen davon in der Drogerie.

7. Vorsicht vor Lebensmittelvergiftungen!

Krankheitserreger vermehren sich gerne und vor allem schnell bei warmen Temperaturen. In südlichen und asiatischen Ländern kommt es schnell zu Lebensmittelvergiftungen, vor allem, wenn Sie Essbares an Straßenständen kaufen. Nicht nur Bakterien, auch Parasiten und Viren können mit dem Essen übertragen werden.

Achten Sie auf die Kühlkette von Speisen, bevor Sie diese verzehren

Frisch gekochte Gerichte sind meist unbedenklich, aber rohe Lebensmittel (z.B. geschnittene Früchte) oder Speisen, die lange ungekühlt stehen, sollten Sie meiden. Kaufen Sie Obst ganz und waschen Sie es gründlich, bevor Sie es anschneiden. Trinken Sie kein Wasser aus der Leitung, sondern nur abgepacktes aus dem Supermarkt.

Tipp: Waschen Sie nicht nur Obst und Gemüse gründlich, sondern auch Ihre Hände – nicht nur vor dem Essen. Häufiges Händewaschen ist das beste Mittel, um ein Erkrankungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Packen Sie für unterwegs Feuchttücher und Desinfektionsmittel für die Hände ein.

8. Vermeiden Sie einen Hitzeschock und Sonnenbrand!

Heiße Temperaturen belasten den Körper und führen nicht selten zu einem Sonnenstich oder Hitzeschock. Meiden Sie deshalb die Mittagshitze. Machen Sie Siesta in der Ferienwohnung oder halten Sie sich draußen ausschließlich im Schatten auf. Schützen Sie Ihren Kopf mit einem Sonnenhut.

Gerade in der Mittagshitze sollte man an ausreichend Sonnenschutz denken

Vergessen Sie nicht, genügend zu trinken! Bei extremer Hitze sollten Sie zwei bis drei Liter Wasser am Tag zu sich nehmen – so beugen Sie Kreislaufproblemen vor. Verwenden Sie Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor. Gerade für Kinder kann dieser nicht hoch genug sein!

Tipp: Packen Sie ein kühlendes Gel gegen Sonnenbrand ein, denn das lindert den brennenden Schmerz.

9. Transportieren Sie Medikamente richtig

Denken Sie daran: Wichtige Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen, gehören ins Handgepäck! Denn wenn Ihr Koffer verspätet ankommt oder verlorengeht, ist das mitunter lebenswichtige Medikament weg.

Lebensnotwendige Medikamente gehören ins Handgepäck

Nehmen Sie auf jeden Fall den Beipackzettel mit, um sich das Medikament notfalls im Ausland zu kaufen. Ist es verschreibungspflichtig, müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Für eine Reise außerhalb der EU empfiehlt sich deshalb unbedingt eine Auslandsreisekrankenversicherung. Schmerzmittel und Nasenspray oder -tropfen sollten Sie für den Fall der Fälle im Handgepäck mitnehmen. 

Bitte beachten Sie: Bei Flugreisen benötigen Sie ein Attest Ihres Arztes (möglichst auf Englisch), um bestimmte Medikamente oder Spritzen im Handgepäck transportieren zu dürfen.

10. So bleiben Sie unterwegs fit

Wenn Sie mit dem Auto in den Urlaub fahren, machen Sie, wenn möglich, alle zwei Stunden eine Pause. Laufen Sie auf dem Parkplatz auf und ab, um den Kreislauf in Schwung zu halten.

Verreisen Sie mit dem Auto? Planen Sie Pausen ein!

Vergessen Sie das Trinken nicht! Viel Flüssigkeit hilft vor einem Blutstau in den Beinvenen, der durch zu langes Sitzen verursacht wird. Wenn Sie bereits Probleme mit den Beinvenen haben, tragen Sie Kompressionsstrümpfe – besonders auf langen Flugreisen. Auch hier gilt: bewegen Sie sich ab und zu auf dem Gang.


Das gehört in die Reiseapotheke (je nach individuellem Bedarf und Reiseziel):

  • Antihistaminika (falls Sie zu Allergien neigen)
  • Durchfallmittel (z.B. Elektrolytpulver)
  • Mittel gegen Magenkrämpfe
  • Schmerztabletten
  • Tabletten gegen Reiseübelkeit
  • Hustentropfen oder –saft
  • Tabletten gegen Halsschmerzen
  • Insektenschutzmittel
  • Gel gegen Juckreiz bei Insektenstichen
  • Kühlende Salbe gegen Sonnenbrand
  • Fieberthermometer
  • Pinzette und Schere
  • Wundheilsalbe
  • Verbandsmaterial (Pflaster, Mullbinden, sterile Kompressen, Desinfektionsmittel)
  • Blasenpflaster
  • Nasenspray oder Nasentropfen
  • Salbe gegen Verstauchungen und Zerrungen (bei Sport- oder Aktivurlaub)

Lassen Sie sich in jedem Fall in Ihrer Apotheke oder von Ihrem Hausarzt beraten!


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