Oslo für Insider

Oslo? Das galt lange als etwas verschlafen. Doch seit der Jahrtausendwende ist Norwegens Kapitale aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht. Die kleinste skandinavische Hauptstadt hat sich zur pulsierenden Metropole gewandelt und zelebriert pure Lebenslust. Wir stellen Ihnen die angesagtesten fünf Viertel vor.

1. Aker Brygge

Sehen und gesehen werden ist hier das ganze Jahr das Motto. Tausende Stühle stehen Sommer wie Winter auf dem breiten Boulevard entlang der Waterkant am Fjord. Heizstrahler und Felle machen die Cafés, Bars und Restaurants entlang der holzbeplankten Promenade des Stranden auch bei Frost zu In-Treffs. Drinnen hocken? Das machen die Einheimischen nur, wenn es schüttet oder stürmt!

Oslo ist eine Metropole voller Vielfalt.

Entstanden ist Oslos ältestes Ausgehviertel am Wasser auf dem Gelände der Akers Mekaniske Werft, auf der fast 130 Jahre lang Schiffe gebaut und repariert wurden. Ihre Backsteinbauten und Werfthallen verwandelte der niederländische Stararchitekt Rem Kohlhaas in Wohnungen, Büros, Shopping Malls, Bars, Cafés und Restaurants.

Den schönsten Platz hat sich der Ling Oslo ergattert. Im stylischen Rundbau aus Holz komponiert Küchenchef Meng topfrische Kantonküche. Gratis dazu gibt es das kleine Showprogramm der Bedienung beim Servieren – und den Blick auf das rote Rathaus und die Festung Akershus am Ostufer. Günstiger – und nostalgischer – schlemmen Sie auf dem Dampfschiff D/S Louise direkt am Kai.

Direkt am Ufer befindet sich die Festung Akershus, ein Wahrzeichen der Stadt.

Unser Tipp: Am stadtseitigen Zugang zu Aker Bygge entsteht bis 2020 auf dem einstigen Westbahnhof das neue norwegische Nationalmuseum für 5.000 Exponate aus Kunst, Design und Architektur (www.nasjonalmuseet.no).

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2. Tjuvholmen

Platsch! Weiter am Westufer entlang springen junge Norweger von Pontons, die die Kaimauer säumen, in die Fluten des Oslo-Fjords. Andere laufen vom kleinen Kieselstrand in die See. Kaum zu glauben, aber bis zu 20 Grad warm wird hier das Meer im Hochsommer!

Das Naturbad, der Treff an lauen Sommerabenden, gehört zur Halbinsel Tjuvholmen. Oslos neuester Stadtteil ist erst wenige Jahre jung – und liebt die Kunst. Bars und Betten sind stylisch, schick – und stets sehr trendy. Woran es liegt? Hier ist das Astrup Fearnley Museum daheim! Italiens Stararchitekt Renzo Piano entwarf den Hort für zeitgenössische Kunst als sanft geschwungenen Holzbau mit riesigem Glassegel.

Gönnen Sie sich zwischendurch eine Pause. Am Ufer kann man herrlich Sonne tanken!

Tagsüber fängt es das Licht ein – abends leuchtet es! Draußen gibt sich die Kunst im Open-Air-Skulpturenpark noch zahm. Doch drinnen lieben die Künstler die Provokation. Besonders Damien Hirst, der Kuhkadaver aufschneidet und menschliche Genitalien modelliert. Knallig bunt ist die Pop-Art von Jeff Koons. Wer aufmerksam hinguckt, entdeckt zwischen all den aktuellen Werken auch die deutschen Künstler Sigmar Polke und Andreas Gursky (Strandpromenaden 2, www.afmuseet.no).

„Diebesinsel“ heißt Tjuvholmen auf Deutsch. Der Name erinnert an jene Jahre, in denen die Halbinsel ein verlottertes Hafen- und Werftgebiet war, wo sich Dirnen herumtrieben. Und Diebe gehenkt wurden. Noch mehr Anekdoten hören Sie bei den Paddeltouren mit Oslo Kayak Tours (www.oslokayaktours.no), die zu Wasser Oslos neue Hafencity zeigen. Rein ins Boot!

Das Opernhaus Oslo beeindruckt durch seine Architektur.

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3. Bjørvika

Nicht nur mit dem Kajak, sondern auch mit einem nostalgischen Segler kommen Sie von der Rådhusbrygge 3 (www.nyc.no) nach Bjørvika mit seinem schneeweißen Opernbau (https://operaen.no). Für die Anlage der neuen Uferpromenade verschwand bis 2010 eine komplette Autobahn im Tunnel und unter die Wasserlinie: Die neue Europastraße E 18 – das größte Straßenbauprojekt aller Zeiten für Norwegens staatliche Straßenbauer „Statens vegvesen“.

Bjørvika ist Oslos neues Zentrum für Kultur. Zur Staatsoper sollen sich 2020 das schick geknickte Munch-Museum Lambda, das Stenersen-Museum für Gegenwartskunst und die neue Staatsbibliothek gesellen. Schon fertig ist der Business-Bezirk „Barcode“ mit seinen schlanken Bürotürmen, die aus der Ferne an digitale Strichcodes erinnern.

Stadt der Moderne: Die Barcode Gebäude in Bjørvika.

Unser Tipp: Vaaghals, eins der besten Lokale der Stadt! Ein helles, modernes Lokal mit offener Küche und Terrasse, wo in bester norwegischer „fiske“-Tradition viele Gerichte zum Teilen gedacht sind. God mad! https://www.vaaghals.com/english

Weiter westlich endet Oslos neue „Fjord City“ an den Baustellen von Sørenga, wo direkt am Wasser schicke neue Wohnungen entstehen. Und auch hier können Sie wieder ins Wasser springen: im Sørenga Sjøbad mit Sprungturm und Sandstrand. Ganz umsonst und unter freiem Himmel! Und danach? Lockt die Docks-Exporessobar mit Koffeinkicks am Kai (https://dock-espressobar-as.business.site), das Hakkaido mit Norwegens bester Chinaküche im Wohlfühl-Ambiente mit dunklem Holz und schwarzen Leder (www.hakkaiza.no) – und das Coyo mit kreativen Cocktails (www.coyorestaurant.no)!

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4. Grünerløkka

Grünerløkka ist Oslos Prenzlberg. Früher war es ein recht armes und herunter gekommenes Viertel der Arbeiter, die in den nahen Fabriken an der Akerselva schufteten. Dann kam die Kunsthochschule, brachte Studenten ins stadtnahe Viertel, und schuf ein völlig neues Flair: grenzenlos kreativ!

Die zahlreichen Szene- Cafés laden zum Verweilen ein.

Schneider, Designer, Schuster und Polsterer verwandelten Altbauwohnungen und Hinterhöfe in offene Ateliers. Wo der Fleischer einst das Kotelett vom Schwein abschnitt, schüttelt der Barmann heute Cocktails. Neues Leben in einstigen Industrie- und Geschäftsbauten, die ihr Ambiente bewahrt haben: Dieser Mix ist spannend. Lassen Sie sich überraschen! Kunterbunt sind die Läden, Cafés und Kneipen, hier szenig, dort retro, mal zum Chillen, mal zum Kuscheln.

Die Beats dieses hippen Kiezes spüren Sie am besten am Markvei. Und an der Thorvald Meyers Gate, im Szene-Slang kurz TMG genannt. Dort drängen sich besonders viele Lokale und Kneipen, in denen einst Prinz Haakon als Junggeselle häufig gesichtet wurde. Die legendäre 1950er-Jahre Bar Boca (Thorvald Meyers Gate 30, www.barboca.no) ist für ihre Mojitos berühmt. Rund um die Uhr trifft sich Oslo in der Tea Lounge Mosaiksteinen (Thorvald Meyers Gate 33b, www.tealounge.no): tagsüber als Café mit mehr als 20 Teesorten, nachts als Bar mit einem ausgefallenen Tresen aus Mosaiksteinen.

Nach einem Stadtbummel ein absolutes Muss: In eins der schicken Lokale einkehren!

Wenige Schritte weiter stadtauswärts lockt Fru Hagen (Nr.40) mit Funk und Soul zu Kaffee und Caipi. Genüsse von Norwegens Bauernhöfen, Nischenprodukte, die in keinem Supermarkt zu finden sind, und kreative Weltküche: All dies können Sie in der Mathallen entdecken, kosten und kaufen. Die Osloer Markthalle eröffnete in der ehemaligen Eisengießerei der Vulkan-Werft – und hat sich seitdem zum Treffpunkt von Foodies entwickelt. Auch Kochkurse und so manch ein Event, das Esskultur mit Kunst oder Musik verbindet, stehen auf dem Programm!

Noch mehr Kultur gibt es in zwei Locations an der Akerselva. Crossover-Küche mit persisch-französischem Einfluss bietet das ruhige „Riverside“ am Akerselva-Ufer – jeden Freitag Abend live begleitet von Opernmusik. Sie wollen lieber die besten Beats des Landes hören? Dann nichts wie hin ins Blå! Der Club in einer alten Backsteinfabrik an der Akerselva ist Skandinaviens größter Live-Club – und eine weltberühmte Bühne für Jazz von Swing bis Free (Brenneriveien 9c, www.blx.no).

Alte Fabrikgebäude direkt am Wasser: Der Bezirk Vulkan gehört mittlerweile zu den hippsten Oslos.

​Grünerløkka ist das erste Viertel von Oslo, das in den Sog der Gentrifizierung geriet. Seine Gründerzeitbauten mit ihren grünen Innenhöfen, in denen einst Edvard Munch zuhause war, ist heute eine Hochburg der Hipster. Die alternative Szene zog weiter. Und machte das südliche Grønland zur Heimat der Subkulturen.

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5. Grønland

Das Flair von Grønland prägt das Erbe der Einwanderer, die erst seit wenigen Jahren ins Land strömen. Rund um die Riffad Bashir, Oslos größter Moschee, haben Gewürzhändler aus dem Orient, Gemüsehöker mit tropischem Obst, Boutiquen mit Bauchtanz-Outfits und züchtiger muslimischer Bekleidung die Straßen Brugata und Grønlandsleiret doch schon ein wenig in kleine arabische Souks verwandelt.

Die meisten Kebabbuden und türkischen Imbisse finden Sie entlang der Tøyengata. Hier finden Sie auch die schlichte Futterbude Punjab Tandoori, die fehlendes Ambiente mit richtig leckerer Indienküche zu unschlagbar günstigen Preisen wettmacht (Grønland 24). Sehr beliebt bei Oslos Szenegängern ist auch das Café con Bar (Brugata 11, www.cafeconbar.no), in dem am Wochenende Gast-DJs auflegen.

Unsere Empfehlung: Jeden Dienstag bebt das Gloria Flames (Grønlandsleiret 18, www.gloriaflames.no ) bei den Grønland Hotnights mit Live-Konzerten lokaler Bands. Von April bis September ist der Dachgarten geöffnet! Stockfisch, Hestebiff (Pferdesteak) und Hähnchensalat, aber auch vegetarische Burger mit Kichererbsen-Patty, serviert das Kafé Asylet (Grønlandsleiret 28, www.asylet.no). An den Wänden des fast 300 Jahre alten Gemäuers, das vom Knast bis zur Bank eine eindrucksvolle Historie erlebt hat, hängt Kunst zum Kaufen – die Ausstellungen wechseln! Der gemütliche, rustikale Biergarten im Innenhof. Perfekt, um auf den langen Holzbänken und -tischen, die auf das Kopfsteinpflaster gestellt wurden, das erste Bier im Freien zu genießen. Skål!

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