Schöne Altstädte in Deutschland gibt es von der Ostsee bis ins Allgäu: Kopfsteinpflaster, restaurierte Fachwerkhäuser und verwinkelte Gassen laden dazu ein, Geschichte hautnah zu erleben. Ob als Tagesausflug oder Kurzurlaub im Ferienhaus – historische Stadtkerne bieten Sehenswürdigkeiten, Cafés und kleine Geschäfte auf engem Raum. Wir stellen dir acht Städte vor, die sich für einen Besuch besonders lohnen.
Goslar Altstadt: UNESCO-Welterbe im Harz
Die Goslar Altstadt zählt zu den schönsten historischen Stadtzentren Deutschlands und gehört gemeinsam mit dem Erzbergwerk Rammelsberg zum UNESCO-Welterbe. Mehr als 1.500 gut erhaltene Fachwerkhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten prägen das Stadtbild.
Ein Spaziergang führt dich vorbei am Marktplatz mit seinem Glockenspiel, dem historischen Rathaus und der Kaiserpfalz, die zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken Deutschlands zählt.
Besonders stimmungsvoll ist Goslar im Winter, wenn Weihnachtsmarkt und Weihnachtswald Besucher aus ganz Deutschland anziehen. Im Sommer ist die Stadt ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Harz.
Highlights der Goslar Altstadt:
- Kaiserpfalz
- Historischer Marktplatz mit Glockenspiel
- Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten
- UNESCO-Welterbe Rammelsberg
- Cafés und kleine Boutiquen
Dinkelsbühl Altstadt: Mittelalter wie aus dem Bilderbuch
Die Dinkelsbühl Altstadt gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Altstädten Deutschlands. Die vollständig erhaltene Stadtmauer mit ihren Türmen und Toren vermittelt das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen.
Bunte Fachwerkhäuser, enge Gassen und der Weinmarkt machen Dinkelsbühl zu einem der Höhepunkte an der Romantischen Straße. Im Vergleich zu größeren Städten geht es hier angenehm entspannt zu.
Ein besonderes Erlebnis ist das historische Kinderzeche-Fest im Juli, bei dem die Stadt mit einem großen Festumzug an ihre Geschichte erinnert.
Das solltest du nicht verpassen:
- Stadtmauer mit ihren Toren
- Münster St. Georg
- Weinmarkt
- Historische Fachwerkhäuser
- Spaziergang entlang der Stadtbefestigung
Trier: Römisches Erbe an der Mosel
Trier gilt als älteste Stadt Deutschlands und blickt auf über 2.000 Jahre Geschichte zurück. Wahrzeichen ist die Porta Nigra, das besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Seinen Namen „Schwarzes Tor“ erhielt der Bau erst im Mittelalter, als sich der ursprünglich helle Sandstein durch Witterung dunkel verfärbte.
Seit 1986 gehören die römischen Baudenkmäler gemeinsam mit dem Dom St. Peter und der Liebfrauenkirche zum UNESCO-Welterbe. Neben der Porta Nigra zählen dazu die Konstantinbasilika, die Kaiserthermen, das Amphitheater und die Römerbrücke. Der Trierer Dom ist die älteste Bischofskirche Deutschlands.
Vom Tor führt die Simeonstraße zum mittelalterlichen Hauptmarkt mit Marktkreuz, Bürgerhäusern aus Renaissance, Barock und Klassizismus sowie zahlreichen Cafés. Rund um die Stadt erstrecken sich die Weinberge der Mosel – ein Besuch lässt sich deshalb gut mit einer Weinprobe verbinden.
Sehenswert in Trier:
- Porta Nigra
- Trierer Dom St. Peter und Liebfrauenkirche
- Kaiserthermen und Amphitheater
- Konstantinbasilika
- Hauptmarkt mit Marktkreuz
Altstadt Hannover: Geschichte trifft modernes Stadtleben
Viele verbinden Hannover zunächst mit Messen oder Geschäftsreisen. Dabei überrascht die Altstadt Hannover mit historischem Flair, gemütlichen Plätzen und lebendiger Gastronomie.
Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche historische Gebäude sorgfältig wieder aufgebaut oder an ihren heutigen Standort versetzt. Rund um die Marktkirche und das Alte Rathaus findest du heute das Herz der Altstadt.
Besonders praktisch: Mit dem bekannten Roten Faden kannst du die Stadt auf eigene Faust erkunden. Die rote Linie im Pflaster führt auf 4,2 Kilometern zu 36 Sehenswürdigkeiten und startet an der Tourist-Information am Ernst-August-Platz.
Zu den Highlights gehören:
- Marktkirche
- Altes Rathaus
- Leineschloss
- Holzmarkt
- Restaurants und Straßencafés
Gerade am Abend entwickelt die Altstadt ihren besonderen Charme und eignet sich für einen entspannten Stadtbummel.
Memmingen Altstadt: verstecktes Juwel im Allgäu
Die Memmingen Altstadt gehört zu den schönsten historischen Stadtzentren Bayerns und wird dennoch oft unterschätzt. Die ehemalige Reichsstadt begeistert mit prachtvollen Bürgerhäusern, mittelalterlichen Stadttoren und einem weitgehend erhaltenen Stadtbild.
Das größte Denkmal der Stadt ist die kilometerlange Stadtmauer mit ihren einst sieben Toren und 26 Türmen. Erhalten sind unter anderem das Westertor, das Kempter Tor und das Ulmer Tor. An der Kohlschanze befindet sich zudem der vermutlich älteste original erhaltene überdachte Wehrgang Deutschlands.
Rund um den Marktplatz laden kleine Cafés und Restaurants zum Verweilen ein, durch die Altstadt fließt der Stadtbach mit seinen Bachterrassen.
Sehenswert in Memmingen:
- Stadtmauer mit Toren und Türmen
- Martinskirche mit gotischem Chorgestühl
- Weinmarkt mit Zunfthäusern
- Siebendächerhaus
- Stadtbach und Bachterrassen
Dank der Lage im Allgäu lässt sich ein Besuch gut mit Wanderungen oder einem Urlaub in den Bergen verbinden.
Quedlinburg: Fachwerk soweit das Auge reicht
Kaum eine Stadt steht so sehr für mittelalterliches Flair wie Quedlinburg. Mehr als 2.000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten machen die Altstadt zu einer der größten Deutschlands.
Beim Spaziergang durch die engen Gassen entdeckst du immer wieder kleine Innenhöfe, urige Cafés und individuelle Geschäfte. Hoch über der Stadt thront das Schloss mit der Stiftskirche.
Rothenburg ob der Tauber: der Klassiker
Wenn von schönen Altstädten in Deutschland die Rede ist, darf Rothenburg ob der Tauber nicht fehlen. Die komplett erhaltene Stadtmauer, romantische Plätze und historische Fachwerkhäuser machen die Stadt zu einem der bekanntesten Reiseziele des Landes.
Besonders beliebt sind der Marktplatz, das Plönlein und der Wehrgang entlang der Stadtmauer. Wer es ruhiger mag, kommt früh am Morgen oder am späten Nachmittag.
Bamberg: UNESCO-Welterbe an sieben Hügeln
Auch Bamberg begeistert mit einer außergewöhnlich gut erhaltenen Altstadt. Das Alte Rathaus, das mitten auf einer Brücke über der Regnitz steht, gehört zu den bekanntesten Fotomotiven Deutschlands.
Nach dem Stadtbummel lohnt sich eine Einkehr in einer der traditionellen Brauereien, für die Bamberg weit über Franken hinaus bekannt ist. Wenn du historische Bauwerke magst, findest du weitere Ziele in unserem Beitrag zu den sehenswerten Burgen in Deutschland.
Fazit
Historische Stadtkerne sind meist autofrei oder stark verkehrsberuhigt. Plane deshalb einen Parkplatz am Altstadtrand ein und erkunde den Rest zu Fuß. Bequeme Schuhe sind Pflicht, denn Kopfsteinpflaster ist auf Dauer anstrengender, als es aussieht. Unter der Woche und außerhalb der Ferien sind die bekannteren Städte wie Rothenburg oder Quedlinburg deutlich leerer.
Ob die beeindruckende Goslar Altstadt, die mittelalterliche Dinkelsbühl Altstadt, die lebendige Altstadt Hannover oder die charmante Memmingen Altstadt – Deutschlands historische Stadtkerne erzählen Geschichten aus vielen Jahrhunderten. Wenn du deinen Urlaub in einem Ferienhaus verbringst, lässt sich ein Ausflug in eine der schönsten Altstädte Deutschlands gut mit Natur, Wandern oder regionaler Küche verbinden.
Häufige Fragen
Quedlinburg gehört mit mehr als 2.000 Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten zu den größten zusammenhängenden Altstädten Deutschlands. Auch Goslar zählt mit über 1.500 Fachwerkhäusern zu den umfangreichsten historischen Stadtkernen.
Unter den hier vorgestellten Städten sind Goslar, gemeinsam mit dem Erzbergwerk Rammelsberg, sowie Bamberg als UNESCO-Welterbe eingetragen.
Kompakte Altstädte wie Dinkelsbühl, Memmingen oder Quedlinburg lassen sich gut an einem Tag erkunden. Für Hannover, Bamberg oder Freiburg solltest du eher zwei Tage einplanen, da dort auch das Umland lohnt.
Frühling und Herbst sind ideal, weil die Temperaturen angenehm sind und weniger Besucher unterwegs sind. Im Advent haben viele Altstädte zusätzlich Weihnachtsmärkte, etwa in Goslar mit seinem bekannten Weihnachtswald.
Ja, ein Bummel durch die Gassen funktioniert mit Hund gut. In Museen und einzelnen Sehenswürdigkeiten gelten allerdings eigene Regeln, und Kopfsteinpflaster kann bei Hitze für Pfoten unangenehm werden.