Die 6 schönsten Urlaubsorte an der Polnischen Ostsee

Die gesamte polnische Ostseeküste mit ihren beiden großen Haffs im Westen und Osten des Landes ist 770 km lang und bietet eine phantastische Vielfalt an Erholungsmöglichkeiten zwischen uralter Kultur und großartiger Naturlandschaft. Wie an einer Perlenkette reihen sich hier ausgedehnte Naturschutzgebiete, Wanderdünen, kilometerlange Strände, herrlich duftende Kiefernwälder und blaue Seen aneinander. Abwechslung bringen kaiserliche Kurbäder, pittoreske Fischerdörfer und stolze Hansestädte mit sich.

Das polnische Baltikum ist eine in Europa einmalig vielfältige Urlaubsregion. Und es ist geradezu ein Wunder, dass die Polnische Ostsee für viele deutsche Urlauber noch eine „terra incognita“ ist. Das sollte sich aber schleunigst ändern!

Die knapp 800 Kilometer lange polnische Ostseeküste bietet breite Strände mit feinkörnigem Sand, große Dünenfelder und reizvolle Steilküsten.

Was macht die Polnische Ostseeküste so phantastisch?

Die Antwort auf diese Frage fällt mir leicht: Die Polnische Ostsee bietet zum Teil atemberaubende Natur und oft einsame Strände vom Feinsten. Auf Hunderten von Kilometern erwarten Sie hier intakte Natur, gut 700 Kilometer Sandstrandküste mit abwechslungsreicher Landschaft, zahlreichen urigen Dörfer und schönen Seebädern. Anders als Spanier, Italiener, Griechen, Türken und ja, auch die Deutschen, mögen die Polen es überhaupt nicht, wenn ihre Strände an vielbefahrenen lärmigen Küstenstraßen angrenzen. In Polen werden Sie noch das Meeresrauschen und das Kreischen der Möwen am Strand hören. Unmittelbar an den Sandstrand angrenzende Wälder verströmen ein wunderbar würziges Aroma, das sich mit dem Meeresduft vermischt. Diese urwüchsigen Küstenbereiche sind im übrigen Europa kaum noch zu finden.

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Die Top 6 der Polnischen Ostsee

An der Polnischen Ostseeküste reihen sich Seebäder und Dörfer, die sich längst auf den meer- und sonnenhungrigen Urlauber eingestellt haben, wie auf einer Perlenkette aneinander. Die Entscheidung für einen der Orte fällt nicht leicht, denn sie alle haben ihren eigenen Charakter: mal romanisch, mal aus der Welt gerückt, oder ganz quirlig, mondän und adelig. Die virtuelle Reise der Top 6 der Polnischen Ostseebäder beginnt gleich vor der eigenen Haustür: auf der Insel Usedom.

Top 1: Swinemünde (Świnoujście): das polnische Rimini

Wer step by step das östliche Nachbarland entlang der Ostseeküste entdecken möchte, dem empfehle ich, mit Świnoujście [klick für Aussprache], das auf Deutsch Swinemünde heißt, anzufangen.

Es gehört zu den wenigen in Deutschland bekannten polnischen Seebädern und liegt direkt auf der Grenze, die die Insel Usedom in einen großen deutschen und einen winzigen polnischen Teil spaltet. Seit 2011 verbindet eine der schönsten Ostseepromenaden die sogenannten Kaiserbäder (Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck) mit Swinemünde.

Strenggenommen gehört Swinemünde zu den Kaiserbädern und ist das zweitälteste Ostseebad überhaupt. Der Leibarzt von Theodor Fontane hat hier gelebt und sicherlich dazu beigetragen, dass vor dem Zweiten Weltkrieg Swinemünde zum drittbeliebtesten Ostseebad der Deutschen wurde.

Auch heute noch erwartet Sie in Swinemünde wunderschöne Badearchitektur vom Ende des 19. Jahrhunderts, die so typisch für die Kaiserbäder der Region ist. Das Glanzstück des in den Urlaubsmonaten quirligen Seebads ist aber der bis zu 200 Meter breite und seicht ins Meer abfallende Sandstrand. Hier ist das Wasser überdurchschnittlich warm und macht Swinemünde zu einer beliebten Urlaubsdestination für Familien. Das sprichwörtliche Kaiserwetter, das tiefblaue Meer und der herrlich breite, feinkörnige Sandstrand aber auch das quirlige Stadttreiben erinnern durchaus an die Italienische Adria und dem Urlaubsort Rimini.

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Top 2: Misdroy (Międzyzdroje): das polnische Cannes

Międzyzdroje [klick für Aussprache] liegt auf der Insel Wolin, nur wenige Kilometer von Świnoujście-Zentrum entfernt. Misdroy (Międzyzdroje) ist ein Seebad der alten Garde, das bereits seit 1830 besteht. Für viele Polen hat das Ostseebad den schönsten Strand von ganz Europa – von Polen sowieso. Darüber lässt sich angesichts der vielen wunderschönen Strände der Polnischen Ostseeküste tüchtig streiten. Tatsächlich hat der nicht übermäßig breite Strand von Misdroy so einiges zu bieten. Er ist naturbelassen und von begrünten Dünen und ausgedehnten Wäldern eingefasst. Herrlicher Kiefernduft umhüllt den Erholungsuchenden, der auf pittoresken Klippen der hier beginnenden Steilküste wandern kann.

Misdroy – ein beliebter Ort an der polnischen Ostsee für alle Entspannungssuchenden.

Misdroy punktet bei Naturliebhabern – und das sind fast alle Polen – mit dem schönen Woliner Nationalpark (Woliński Park Narodowy), der bereits 1960 gegründet wurde, und somit zu den ältesten europäischen Nationalparks gehört. Hier geht der Sandstrand in die bis zu 90 Meter hohen Sandklippen des Nationalparks über, die Sie über eine Holzkonstruktion erreichen. Oben angekommen finden Sie sich inmitten von phantastischen Wäldern des Nationalparks wieder, die zahlreiche Wandermöglichkeiten bieten. Wer noch nie einen Bison gesehen hat – der eigentlich Wisent und auf Polnisch Żubr heißt –, der hat die Möglichkeit, diese majestätischen Tiere in einem Gehege der Pokazowa Zagroda Żubrów zu sehen.

In Polen ist das Ostseebad für sein ein wenig an Cannes erinnerndes „Festival der Sterne“ berühmt. Die alljährlich im Juli unter einem bestimmten Motto ausgetragene Kulturveranstaltung ehrt zwei herausragende polnische Künstler. Das vielseitige Kulturprogramm ist hochkarätig besetzt und auf der Promenada Gwiazd (Promenade der Sterne) können Sie Handabdrücke vieler polnischer Persönlichkeiten – unter anderem der Regisseure Krzysztof Kieślowski, Andrzej Wajda, Roman Polański oder Agnieszka Holland – entdecken.

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Top 3: Kolberg (Kołobrzeg): Solequellen machen die Luft so gesund

Kołobrzeg [klick für Aussprache] liegt an der Mündung des schönen Flusses Parsęta und gehört zu den größten und bekanntesten Kurorten des Landes. In Kolberg (Kołobrzeg) erwarten Sie einige alte Häuser, mächtige, teils mittelalterliche Backsteingebäude wie beispielsweise die Marienbasilika aus dem 14. und der Leuchtturm aus dem 17. Jahrhundert, sowie das schlossartige neogotische Rathaus. In der Stadt lässt es sich gut promenieren und einkaufen. Bunte Verkaufsstände auf der kilometerlangen Strandpromenade bieten von Bernstein über schöne Strandtücher alles, was ein Urlauberherz sich wünscht. Vorbei geht es an attraktiven Parkanlagen, alten Stadtteilen mit typischer Kurhausarchitektur und Waldstücken, die zu Abstechern verlocken.

Kolberg ist eine der ältesten Städte Pommerns und hält für Touristen zahlreiche Attraktionen bereit.

Einst berühmt wurde Kolberg durch seine Solevorkommen, die bereits seit dem 9. Jahrhundert zur Salzgewinnung genutzt wurden. Seit dem 19. Jahrhundert dienen die Mineralwasser-, Fango- und Solequellen gesundheitsförderndem Spa.

Was wäre Kolberg ohne seinen Strand! Freuen Sie sich auf einen breiten, langen und für seine Sauberkeit und Wasserqualität ausgezeichneten Sandstrand, von dem eine 200 Meter lange Seebrücke ins Meer hineinreicht. Und wenn Ihnen der Trubel der Sommermonate zu viel wird: Ein kurzer Spaziergang bringt Sie garantiert zu einem naturbelassenen einsamen Sandstrand.

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Top 4: Leba (Łeba): einfach spektakulär und meine persönliche „Nr. 1“

Łeba [klick für Aussprache] ist meine persönliche Nummer Eins unter den großen polnischen Ostseebädern. Warum? Nun, Leba hat beschauliche Straßenzüge, die an ihre einstige Vergangenheit als Fischerdorf erinnern – promenieren Sie entspannt auf der hübschen Ulica Kościuszki mit ihren alten Katen. Leba hat darüber hinaus einen netten Hafen, eine hübsche Marina und einen Flusskanal, in dem bunte Boote und Fischkutter schaukeln. Natürlich hat auch das Ostseebad einen herrlichen Strand, der nicht nur breit und lang, sondern zudem von einer unglaublich feinen Sandqualität ist. Einige Sehenswürdigkeiten wie die Fischerkirche aus dem 17. Jahrhundert (gemalt von Max Pechstein), Ruinen im Stadtwald oder das alte „Schlösschen“ auf einer hohen Sanddüne (Hotel „Neptun“) machen das Ostseebad besonders abwechslungsreich.

Die Wanderdünen bei Leba – ein einzigartiges Naturparadies an der Ostsee.

Doch all das tritt für mich in den Hintergrund angesichts der gewaltigen, bis zu 42 Meter hohen Wanderdünen, die fünf Kilometer lang und gut einen Kilometer breit sind. Und ja, sie wandern tatsächlich bis zu 10 Meter im Jahr! Dieses Gebiet, das stark an die Sahara erinnert, liegt westlich von Leba und gehört zum Słowiński Park Narodowy (Słowiński Nationalpark), einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat. Sie erreichen die polnische Sahara umweltfreundlich mit einem Ausflugsboot, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wanderwege durchziehen das Naturreservat, das aber auch streng geschützte, unzugängliche Bereiche hat.

Sich still auf eine der Dünen hocken, das Meer beobachten und auf das feine Rieseln des Sandes hören – gibt es etwas beruhigenderes als das?

Zwei weitere Natursehenswürdigkeiten bereichern dieses spektakuläre, in Europa einmalige Naturreservat und verlocken zu einer Fahrradtour: die Seen Łebsko (7.140 ha) und Gardno (2.400 ha). Bei beiden handelt es sich um ehemalige Buchten, die vor Jahrtausenden von der Ostsee abgeschnitten wurden. Nun sind sie Refugien für Naturliebhaber, Ruhesuchende und Vogelkundler.

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Top 5: Die Halbinsel Hela (Hel): Mein Tipp auf einem schmalen Grad

In Polen ist die schmale Halbinsel Hela (Hel) nicht mehr so geheim, dennoch gibt es hier gerade für deutsche Urlauber so einige Schätze zu heben. Hela liegt als schmaler Landstreifen zwischen der offenen Ostsee und der Danziger Bucht (hier: Zatoka Pucka), schräg gegenüber der Hansestadt Gdańsk (Danzig). Die circa 35 Kilometer lange und an ihrer schmalsten Stelle nur 100 Meter breite Landzunge mündet in einen ausladenden Zipfel von circa 3 Kilometern Breite.

Das hinter Dünen und Kiefernwäldern liegende Hela putzt sich mit seinen alten Fachwerk-Fischerhäuser aus dem 19. Jahrhundert wieder heraus.

Auf dieser europaweit einmaligen sandigen „Gradwanderung“ zwischen zwei Meeren liegen ehemalige Fischerdörfer wie Hel, Jurata, Jastarnia, Kuźnica und Chałupy. Seit Jahrtausenden siedelt in dieser Region die unter Schutz stehende westslawische Volksminderheit der Kaschuben (Kaszubi), die bis heute ihre eigene Sprache sprechen (Unterrichtssprache) und spezielles Brauchtum pflegen.

Aufgrund besonderer Windverhältnisse gilt Hel unter Kitesurfern als einer der allerbesten Spots in Europa. Für mich gehört Hela zu den interessantesten Halbinseln der Ostsee – ja, vielleicht sogar von ganz Europa. Wenn Sie Glück haben, können Sie mit den vom Aussterben bedrohten grauen Ostseerobben zusammen schwimmen. Oder Sie besuchen sie in der Pflege- und Aufzuchtstation des Fokarium der Universität Gdańsk in Hel-Stadt.

Das besondere Mikroklima der Halbinsel mit ihren zwei Meeresabschnitten (kälter im Norden – wärmer und seichter im Süden), den ausgedehnten Wäldern und den zum Teil noch urigen Dörfern ist so schön, dass sogar der polnische Präsident in Jurata seine Sommerresidenz hat, wo er häufig wichtige Staatsbesucher empfängt.

Strandurlaub an der Polnischen Ostsee

Top 6: Zoppot (Sopot): das Monte Carlo des Nordens

Nach all den großartigen naturbelassenen und geschützten Küstenabschnitten der Polnischen Ostsee liebe ich das mondäne, von Kulturveranstaltungen, schicken Cafés, Bars und Restaurants überbordende Zoppot (Sopot) aufzusuchen. Nur 9 Kilometer von Danzig (Gdańsk), der „Königin der Hanse“, entfernt, gehört Sopot zur sogenannten Dreistadt.

Zoppot – dieses westslawische Wort bedeutet „Quelle“ – ist mit Abstand der mondänste Badeort Polens und vielleicht sogar der gesamten Ostseeküste. Es wurde im 19. und 20. Jahrhundert als das „Monte Carlo des Nordens“ bezeichnet. Kein Wunder, hatte es schon früh ein Hotelkasino, eine Pferde- und Hunderennbahn, private Badeanstalten, adelige Villen und war darüber hinaus der Austragungsort vieler internationaler Sportveranstaltungen (Tennis, Regatta, Schwimmen). Reichskaiser, reiche Deutsche, Polen, Russen und Skandinavier verkehrten hier in den Sommermonaten und sorgten dafür, dass das ehemalige Fischerdorf zu einem kulturellen Zentrum mit Theaterveranstaltungen, Konzerten und Kunstausstellungen wurde – und weiterhin ist.

Viele noble Villen und Sehenswürdigkeiten bezeugen die Bedeutung Sopots als Sommerresidenz der „Reichen und Schönen“. So ist Sopot bis heute ein überaus sehenswertes Ostseebad mit einem mondänen Grand Hotel und Kasino direkt am schönen Strand, der für seine Wasserqualität die „Blaue Flagge“ bekommen hat. Mit seiner 515 Meter langen hölzernen Seebrücke aus dem 19. Jahrhundert hat Sopot die längste Brückenkonstruktion dieser Art in Europa und eine schöne Möglichkeit, trockenen Fußes weit in die Ostsee ‚hinauszuwandern‘.

Mein Tipp: Besuchen Sie Zoppot im Winter! Dann erleben Sie am Strand eine phantastische „weiße Stimmung“ mit Schnee, Eisschollen und vielen Schwänen statt Möwen! Danach geht es zum Aufwärmen in das mondäne Café des Grand Hotels, auf eine Tasse süßen polnischen Kaffees mit Kardamom, natürlich mit Blick auf die herrliche Polnische Ostsee.

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