Die 10 schönsten Orte an der deutschen Nordseeküste

Die deutsche Nordseeküste in Niedersachsen und Schleswig-Holstein hat für jeden etwas zu bieten: Endlose Weite, lange Sandstrände, gesunde, salzhaltige Luft, das Watt, kleine Inseln, schmucke Dörfer und hübsche Städte. Einige der schönsten stellen wir Ihnen hier vor.

Cuxhaven  – Urbanes Flair, Strände und Natur

Mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft aus Stränden, Dünen, Küste, Wattenmeer, Heide, Moor und Wald bietet die Stadt an der nördlichen Spitze Niedersachsens weit mehr als nur Badeurlaub. Das exklusive Seebad, in das im frühen 19. Jahrhundert nur Adelige und reiche Bürger zum Zwecke heilender Bäder anreisten, ist heute einer der beliebtesten Badeorte des Landes. Aus den 612 Badegästen im Jahr 1816 sind inzwischen fast vier Millionen geworden. Wahrzeichen der Stadt ist die Kugelbake. Das 29 Meter hohe Seezeichen markiert die Grenze zwischen Elbe und Meer, hat als Navigationshilfe heute aber keine große Bedeutung mehr. Schönster Strandabschnitt ist der breite weiße Sandstrand in Duhnen. Wer Sand nicht mag, findet in der Bucht von Grimmershörn einen langen Grünstrand. Zum Radeln und Wandern bieten sich die wunderschöne Küstenheide und der unter Landschaftsschutz stehende Wernerwald an. Kulturliebhaber finden in Cuxhaven zahlreiche Museen, darunter das Joachim-Ringelnatz-Museum und die Hapag-Hallen mit Geschichten von Auswanderern, die Cuxhaven Richtung Amerika verließen.

Tipp: Osteria La Fenice (Nordersteinstr. 6). Es muss ja nicht immer Fisch sein, nur weil man gerade an der Nordsee weilt. In der Osteria von Massimo Milan gibt es leckere Antipasti, Focaccia, Pastagerichte und über 120 Weine zur Auswahl.

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Cuxhaven mit seiner Kugelbake gehört ganz sicher zu den bekanntesten und beliebtesten Orte an der Nordsee

Butjadingen – Urlaubsparadies für junge Familien

Die grüne Nordseehalbinsel zwischen Jadebusen und Weser punktet mit dem einzigen Themenstrand und dem ersten Babystrand Deutschlands. Am Friesenstrand Tossens warten ein Piratenspielplatz mit Kletternetz, Reifenschaukeln und ein Arche-Noah-Schiff auf kleine Eroberer. Der Babystrand, ein mit Glaselementen eingefasstes 250 qm großes Areal mit Sonnensegeln, Warmduschen und Wickeltischen, befindet sich ebenfalls in Tossens.

Bei Schietwetter bietet sich das tropische Erlebnisbad Aqua Mundo als Fluchtpunkt an, wo es auf 4000 qm Rutschen, Wellenbecken, ein Kinder-Spaßbad und Babybecken gibt. Malerischstes Örtchen ist Fedderwardersiel, wo im Fischereihafen die Krabbenkutter zum Fang auslaufen. Bei ihrer Rückkehr kann man frische Krabben direkt vom Kutter kaufen – dafür ist allerdings gutes Timing notwendig! Am Hafen finden sonntags von April bis Oktober Konzerte statt und jährlich im Juli mit vielfältigem Programm die Krabben-Kutterregatta.

Tipp: Friesische Teezeremonie in der Teestube Ekke Nekkepenn (Butjadinger Teekontor im Burmeidsweg).

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In Butjadingen geht es gemütlich zu; © Tourismus-Service Butjadingen. Fotograf: Thomas Hellmann

Husum – Von wegen graue Stadt!

„Graue Stadt am Meer“ nannte Theodor Storm seine Heimatstadt 1851. Mit den bunten Fassaden ihrer Häuser, den urigen Gassen und dem malerischen Hafen ist Husum heute recht farbenfroh. Kern der Stadt ist der Marktplatz mit dem alten Rathaus, Bürgerhäusern aus vergangenen Jahrhunderten, der Marienkirche und dem Tine-Brunnen. Donnerstags findet hier von 7-13.30 Uhr der größte Wochenmarkt Nordfrieslands statt. Nicht weit vom Hafen steht in der Wasserreihe 31 das ehemalige Wohnhaus von Theodor Storm, heute ein Museum mit teilweise im Original erhaltenen Räumen samt Schreibtisch, an dem er den Schimmelreiter schrieb. In Fußnähe vom Marktplatz liegt das Husumer Schloss aus dem 16. Jh., das einzige Residenzschloss an der deutschen Nordseeküste. Jährlich verwandeln über vier Millionen Krokusblüten den Schlosspark im März in ein lila Farbenmeer, was die Husumer seit 1997 mit dem Krokusblütenfest feiern.

Tipp: Husumer Antiquariat (Wasserreihe 48). Eine Schatzkiste ohnegleichen! Bücher, Karten und allerlei Krimskrams, den man noch aus Kindertagen kennt.

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Husum überzeugt mit buntem Hafenflair

Sankt Peter-Ording – Eine gigantische Sandkiste

Der weiße Sandstrand von 12 Kilometern Länge und stellenweise bis zu zwei Kilometern Breite macht den kleinen Ort auf der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt zur größten Sandkiste Deutschlands und dank idealer Windverhältnisse auch zu einer Hochburg für Kitesurfer, Strandsegler und Kite-Buggy-Fahrer. Der Strand ist in mehrere Abschnitte eingeteilt, sodass sich Badeurlauber und sportlich Aktive nicht in die Quere kommen. Wahrzeichen sind die im Jahr 1911 errichteten Pfahlbauten, Hütten auf fünf Meter hohen Stelzen, in denen sich Cafés und Restaurants befinden. Dank der Dünen-Therme kommt auch Wellness in Sankt Peter-Ording nicht zu kurz. Neben Meerwasser und Schlick dient Schwefel als Heilmittel, denn seit der Entdeckung einer Schwefelquelle im Jahr 1958 darf sich das Nordseeheilbad den Zusatz Schwefelbad geben.

Tipp: Galerie Café Richardshof (Wittendüner Allee 84). Tee, Kaffee und Kuchen in urigem Ambiente inmitten von Kunst in einem wunderschönen alten reetgedeckten Hof.

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St. Peter-Ording ist für seine berühmten Pfahlbauten bekannt

Norden – Krimi und Tee

Norden ist nicht nur die älteste Stadt Ostfrieslands, sie ist auch die nordwestlichste auf dem deutschen Festland. Bekannt ist der Ort für das Ostfriesische Teemuseum im historischen Alten Rathaus, das sich das „erste Spezialmuseum zur Kulturgeschichte des Tees in Europa“ nennt. Ein Hingucker am Marktplatz ist das Gebäudeensemble „Dree Süsters“, drei giebelständige Backsteinbauten, von denen zwei aus den Jahren 1570 und 1630 stammen.  Der in Norden lebende Krimiautor Klaus-Peter Wolf hat den Ort in seinem Buch „Ostfriesenkiller“, das vom ZDF verfilmt wurde, verewigt. Der Stadtteil Norddeich, der bereits im frühen 19. Jh. als Küstenbadeort bekannt war, wurde 2010 mit dem Prädikat Nordseeheilbad geadelt. Norderney- und Juist-Urlauber kennen in Norddeich nur den Fähr-Terminal auf der Durchreise zu den Inseln. Das ist schade, denn der Ort punktet mit herrlichen Sandstränden.

Tipp: Besuch der Seehundstation Nationalpark-Haus am Dörper Weg in Norddeich.

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Das historische Teemuseum von Norden ist einen Besuch wert

Greetsiel – Ostfrieslands Bilderbuchstädtchen

Mit seinen historischen Gebäuden und den kleinen, verträumten Gassen mit Backstein- und Giebelhäusern gilt das Fischerdorf als schönster Sielort Ostfrieslands. Den Namen mit der Endung -siel verdankt der Ort seiner Lage am Deich. Wahrzeichen Greetsiels sind die  Zwillingsmühlen am Ortseingang und der über 600 Jahre alte Hafen mit 27 Krabbenkuttern. Jährlich findet im August das Schlickschlittenrennen „Wältmeisterschaft“ statt, auch Karneval im Watt genannt, zu dem tausende Zuschauer anreisen. Gewinnen tut die schnellste und am besten kostümierte Mannschaft. Im nahen Upleward befindet sich der erste Trockenstrand der Welt – vom Meer durch einen Deich getrennt. Nicht allzuweit vom Ort steht der kleine, nur 11 Meter hohe gelb-rot gestreifte Pilsumer Leuchtturm, der im Film „Otto, der Außerfriesische“ als Wohnung des Außerfriesen dient.

Tipp: Geführte Wattwanderung ab Upleward, über das Nationalpark-Haus Greetsiel zu buchen.

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Die bunten Fischerboote von Greetsiel sind ein Besuchermagnet

Friedrichstadt – Amsterdam im Kleinformat

Mit ihren Brücken, Grachten und Treppengiebelhäusern sieht die kleine nordfriesische Stadt tatsächlich aus wie eine Miniaturversion von Amsterdam. Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf warb im 17. Jahrhundert holländische Glaubensflüchtlinge an, die eine Handelsmetropole errichten sollten. Im Gegenzug für Kapital und architektonisches Know-How gewährte er ihnen Religionsfreiheit. Am Marktplatz stehen noch neun Treppengiebelhäuser aus der Gründerzeit. Schönstes Haus ist die „Alte Münze“, wo sich heute das Stadtmuseum befindet. Eine fantastische Art, den Ort zu erkunden ist die aus der Wasserperspektive während einer Grachtenrundfahrt – mit einem Ausflugsboot oder, besser, auf eigene Faust mit einem Tretboot.

Tipp: Friedrichstädter Kaffee-Kontor (Am Markt 8). Auf winzigen 15 qm gibt es 170 Kaffeesorten aus aller Welt.

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Friedrichstadt erinnert mit seinen Giebelhäusern an Amsterdam

Neuharlingersiel – Bunte Krabbenkutter und Backsteinhäuser

Ziegelrote Häuser, blaue Straßenlaternen und Krabbenkutter im Hafen, der zu den schönsten an der Nordseeküste zählt, prägen das Bild des kleinen Nordseeheilbads. Wenn die Kutter vom Fang zurückkehren, kann man Krabben direkt vom Boot kaufen. Von den zahlreichen Straßencafés aus kann man den Fischern zuschauen, wie sie geschäftig das Deck schrubben, Netze flicken oder etwas am Kutter reparieren. Sehenswert im Städtchen sind der Sielhof, ein prachtvoller Herrensitz aus dem 18. Jahrhundert, in dem sich heute ein Restaurant befindet, das Buddelschiffmuseum mit mehr als 100 fein gearbeiteten Schiffchen in Flaschen und die Seriemer Mühle aus dem Jahr 1804, die etwas außerhalb liegt. Der Ort verfügt über einen Sand- und Grünstrand.

Tipp: Tee und Kaffee mit Kuchen oder leckerem Eis im Café Störmhuus (auf der Deichkrone am Osthafen). Die Dachterrasse bietet einen herrlichen Blick über Strand und Meer.

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Neuharlingersiel liegt direkt am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Dornum – Sitz ostriesischer Häuptlinge

Das osfriesische Städtchen, im Mittelalter Häuptlingssitz, wartet mit jeder Menge historischer Sehenswürdigkeiten auf: Schloss, Burg, Kirchen, Mühlen, Museen und die letzte erhaltene Synagoge Ostfrieslands, heute Gedenk und Informationsstätte. Die Beningaburg und die Norderburg, ein Wasserschloss (heute eine Schule), wurden im 14 Jh. errichtet – jener Zeit, ab der Ostfriesland von gewählten Häuptlingen regiert wurde. Bekannteste Kirche ist die St. Bartholomäus aus dem 13. Jahrhundert mit prachtvoll geschnitzter Barockkanzel, der zweitgrößten historischen Orgel in Friesland und Krypta mit den Gebeinen der Dornumer Häuptlinge. Ein Wahrzeichen des Ortes ist die Bockwindmühle aus dem Jahr 1626, die letzte ihrer Art in Ostfriesland.

Tipp: Ein Bad im solarbeheizten Meerwasser-Freibad zwischen den Deichen und dem Strand von Dornumersiel mit herrlichem Blick auf die Nordsee

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An der rauen Nordsee lässt es sich wunderbar im Strandkorb aushalten

Lütetsburg – Englisches Flair in Ostfriesland

Hauptattraktion des Ortes ist Schloss Lütetsburg, ein Wasserschloss mit Vorburg und angrenzenden englischem Landschaftsgarten. Die dreiflügelige Vorburg wurde von Häuptling Unico Manninga im 16. Jh. errichtet. Das jetzige Schloss entstand 1959/60 auf den Grundmauern des niedergebrannten barocken Vorgängerbaus. Das Anwesen ist heute Wohnsitz der Grafen zu Inn- und Knyphausen und für Besucher tabu. Lediglich der 300.000 Quadratmeter große, wunderschöne Schlosspark mit prächtigen Alleen, Rhododendren, Azaleen und Wanderwegen, ist für jedermann zugänglich. Im Park, der im Frühjahr und Sommer eine blühende Oase ist, und in der Kulturscheune finden das ganze Jahr über Konzerte, Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt.

Tipp: In der Sommersaison mit der Museumsbahn von Lütetsburg nach Dornum. Die gesamte Strecke der Küstenbahn ist zwar nur 17 km lang, die Bahn tuckelt aber nur im Schritttempo dahin – es lohnt sich dennoch!

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